Gestern musste sich der Läufer entscheiden: Berlin oder Bertlich. Während man sich für den Berlin-Marathon neuerdings nur noch per Losverfahren bewerben kann, ist in Bertlich eine Voranmeldung weder nötig noch möglich. Dort kommt man hin, zahlt 16 statt der Berliner 98 Euro und läuft los. Den Mangel an Sehenswürdigkeiten versucht man in Bertlich durch die Menge der angebotenen Wettkämpfe zu kompensieren. Zusätzlich zur Marathondistanz locken dort Strecken über 850 m, 5 km, 7,5 km, 10 km, 21,1 km, 25 km und 30 km Lauffreunde aller Leistungsklassen.
Nachdem ich im letzten Jahr in Berlin war, fällt diesmal die Wahl auf Bertlich. Statt der vollen Marathondistanz reicht mir diesmal die Hälfte. Mein Sohn hat sich den 10-km-Lauf ausgesucht, da es nicht viele Veranstaltungen gibt, bei denen ein 12-Jähriger offiziell für diese Strecke melden darf.
Kühle Temperaturen, blauer Himmel, Sonne und starker, fast stürmischer Wind bilden die Wettkampfbedingungen auf dem durchgehend asphaltierten Wegverlauf. Das Profil ist mit dem Attribut "wellig" vielleicht am besten beschrieben, ganz flach ist es jedenfalls nicht. Diesmal gelingt es mir, am Start nicht gleich zu schnell zu starten. Im Gegenteil, ich bin zu langsam und hatte mich wohl etwas zu weit hinten aufgestellt. Bis Kilometer 2 arbeite ich mich durchs Feld nach vorn und erreiche die führende Frau. Kurz bleibe ich in ihrem Windschatten. Beschließe dann aber, dass sie zu langsam und als Windschatten ohnehin zu klein ist und ziehe weiter. Ab jetzt wird es ein einsames Rennen durch die windgepeitschten Felder. Vor mir ist niemand zu sehen. Nur Läufer aus den vielen anderen Rennen bevölkern gelegentlich die Wege und kleinen Straßen. Sie bieten aber keine Orientierung fürs Tempo und taugen nicht als Zugpferd. Also kämpfe ich allein weiter, nur gegen die Uhr. Die narrt mich. Mal sind die Kilometerzeiten beeindruckend schnell, mal demotivierend langsam. Laufe ich denn nicht konstant? Sind die Markierungen falsch aufgestellt? Machen die flachen Anstiege und der enorme Gegenwind so viel aus? Ich werde das Rätsel bis zum Zieleinlauf ins Stadion nicht lösen. Dort wartet eine ganz andere Herausforderung auf mich. Ich gerate mitten in den Bambinilauf und laufe im Zick-Zack über die Aschenbahn. Nach dem nahezu zuschauerfreien Kurs herrscht hier im Stadion großer Kontrast. Die Zuschauer schreien inbrünstig und feuern frenetisch an. Doch ihre Aufmerksamkeit gilt nicht mir, sondern nur dem Läufernachwuchs, auf den der eigene Ehrgeiz projiziert wird. Mit Tunnelblick und Schnappatmung nehme ich auf der Zielgeraden im letzten Moment ein Winken am Ende der Parallelspur wahr und wechsele hinüber. Fast wäre ich ins Bambiniziel gelaufen!
Ein Blick in die Liste des Zeitnehmers zeigt mir, dass ich mit einer 1:30er Zeit als Siebter eingelaufen bin und Dritter meiner Altersklasse wurde. Damit will ich heute zufrieden sein!
Und schon wieder ist Eile geboten, denn der Zieleinlauf über 10-km steht bevor. Wenn ich vorher duschen und mich umziehen will, muss ich mich sputen. Denn der Pulsmesser-Nachwuchs will heute seine Bestzeit von gut 47 min verbessern und hat 45 min angepeilt. Pünktlich zur 45-Minuten-Zeit bin ich wieder mit scharfer Kamera am Zieleinlauf. Da steht der Junge schon lässig lächelnd im Nachzielbereich. Mit glatten 43 Minuten lief er ziemlich genau mit der heutigen Pace seines Vaters. Damit hat er nicht nur die alte Bestzeit pulverisiert, sondern auch seine Alterklasse gewonnen. Und wieder bringt der Nachwuchs einen Pokal und einen stolzen Vater nachhause.
Ganz schön schnittig dieses Pulsmesserchen!
Montag, 30. September 2013
Freitag, 27. September 2013
Ikognito zum Berlin Marathon
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| Auf der Marathonmesse |
Radio Jerewan antwortet
September 2012. Die Lauflust ist groß, die berufliche Belastung ist es auch. Die Situation verlangt einen Spagat - eine eher läuferuntypische Disziplin. Doch wollte ich nicht schon immer mal Genussläufer sein und ohne Blick zur Uhr einen Marathon laufen? Ein Marathon als Volksfest und ich unter den Feiernden? Spontan lasse ich alle Bestzeitenpläne fahren und fahre selbst auch - nach Berlin. Spontan nach Berlin? Muss man da nicht ein Jahr im Voraus um einen Startplatz kämpfen? Radio Jerewan antwortet: "Im Prinip ja, aber Startnummern gibt es auch bei ebay." Für 50 Euro bekomme ich nicht nur Kontakt zu einem sehr netten, unglücklich verletzten Bruder im Geiste, sondern auch einen Startplatz in der richtigen Altersklasse und im passenden Startblock. Sogar die Hotelreservierung kann ich übernehmen! Diese Art der "Nachmeldung" funktioniert nur, weil mir der Verletzte neben den Anmeldeunterlagen auch seinen Chip zusendet. Den muss ich beim Abholen der Startunterlagen auch tatsächlich vorzeigen. Unter eigener Pulsmesser-Flagge kann ich bei diesem kreativen Verfahren nicht laufen. Mit etwas Bildbearbeitung werde ich es aber später immerhin schaffen, meinen Namen auf die Urkunde zu applizieren.
Weiter hinten dürfen Sie
Die für mich glücklichen Umstände setzen sich fort. Windstille verbindet sich auf ideale Weise mit Sonne. Die brilliert am blauen Himmel, jedoch ohne dabei die Temperatur über Gebühr zu erhöhen. In Kombination mit der flachen Berliner Strecke bieten sich ideale Bestzeitbedingungen. "Soll ich nicht vielleicht doch?", wagt sich der ambitionierte Läufer in mir keck hervor. "Nein, wir wollen doch heute feiern!", gibt der Genussläufer trotz seiner Unerfahrenheit selbstbewusst zurück. Und so trägt es sich zu, dass ich mich freiwillig in einen Startblock weiter hinten begebe. Das erregt etwas Aufmerksamkeit bei der Kontrolle: "Weiter hinten dürfen Sie natürlich!"
Kontrollverlust
Als Stressvermeider bin ich so zeitig am Start, dass ich den unablässigen Strom der Ankommenden staunend bewundern kann. Er reißt auch kurz vorm Startschuss nicht ab. Längst ist der Block brechend voll, ein Zugang nur noch über die Absperrung möglich. Niemand kann hier jetzt noch das Geschehen kontrollieren. Auch ich drohe die Kontrolle zu verlieren - über meine Blasenfunktion. Not(durft)gedrungen gebe ich meinen Platz auf, quere durchs Gewühl, flanke über die Ballustrade und suche den nächsten Baum. Unterwegs staune ich über die riesigen Textilberge. Was gestern noch als nobles Funktionstextil der Zier des mageren Läuferleibs diente, wird jetzt auf dem Wettkampfaltar als Altkleidung geopfert.
Start
Rechtzeitig zum Startschuss habe ich mich wieder ins Feld gedrängt. Doch es passiert nichts. Minutenlanger Stillstand, so kommt es mir vor. Irgendwann erfasst die Vorwärtsbewegung auch unsere Reihen. Die Startlinie entlässt uns in die Weiten der Berliner Chausseen. Nie zuvor lief ich mit so vielen Begleitern vor, hinter, aber vor allem neben mir. Die breiten Straßen können die Menge fassen. Nie kommt es - ganz anders, als vermutlich sonst hier üblich - zu Stau.
High-Five
Irgendwann erkenne ich, dass ich die Stimmung an der Strecke viel besser aufsaugen kann, wenn ich nicht mitten im Pulk, sondern am Straßenrand laufe. Nach ein paar Kilometern passiere ich einen wahren Schmelztiegel. Hier johlt und jubelt alles. "Den Straßennamen musst du dir merken und hinterher mal nachsehen, was das hier für ein geiles Viertel ist.", denke ich. Doch bald dämmert es mir, dass die Party ab jetzt bis ins Ziel überall so weitergehen wird! Ich klatsche jede Kinderhand ab. Einmal gibt mir eine strahlende Omi High-Five. Die Leute schreien begeistert immer denselben Namen. "Wer ist dieser Kerl?", versucht mein blutarmes Gehirn zu ergrübeln. Irgendwann kapiere ich, dass der Vorname des rechtmäßigen Inhabers meiner Startnummer auf meiner Brust prangt. Die Leute meinen mich, sie feuern mich an!
Schnelle 2. Hälfte
Die Hälfte ist geschafft, ich fühle mich prächtig. Ein Dauergrinsen hat sich mittlerweile auf meinem Antlitz breitgemacht. Diesen Gesichtsausdruck verstärke ich ab jetzt, indem ich nun beschleunige. Wer schon einmal in den hohen Dreißigern eingebrochen ist (und wer ist das nicht), weiß um die elende Befindlichkeit des Überholtwerdens. Ich erlebe heute die andere Perspektive. Und das ist eine Wonne!
Der Motherfucker und Herr Strunz
"Go! Go!", höre ich jemanden immer wieder laut schreien. "Go, motherfucker, go!" Ein schwarzer Athlet versucht sich auf diese Weise selbst anzutreiben. Ob er den Atem nicht besser ins Laufen investiert hätte? Andere sind noch übler dran, gehen oder stehen gar. Die meisten quälen sich mit verzerrtem Gesicht voran. Mein Kontrast-Gegrinse erinnert mich an den - seit seinem Sturz in die mallorquinische Schlucht - etwas in Vergessenheit geratenen Laufguru Strunz. Der appellierte einst: "Laufen Sie und Luxusverwöhnen Sie damit ihren Körper! Traben sie locker, leicht und lächelnd!" In Strunz'scher Manier bewege ich mich heute Richtung Ziel.
Historischer Moment
| Brandenburger Tor* |
*Foto by Thomas Wolf, www.foto-tw.de (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Montag, 23. September 2013
Des Kaisers neue Kleider
| Kraftsport in Unterhose* |
Normalerweise schlüpfe ich morgens in mein Sportdress, packe saubere Turnschuhe in die Fahrradtasche und radele ins Studio. Letzte Woche musste ich wegen irgendwelcher Termine von dieser eingespielten Routine abweichen und den morgendlichen Besuch der Muckibude ausfallen lassen. Um so mehr gelüstete es mich am Abend danach, die Muskeln spielen zu lassen. Da ich bereits Straßenkleidung trug, packte ich kurzentschlossen die Sportsachen ein und radelte los. Nur um dann in der Umkleide festzustellen, dass ich die Sporthose vergessen hatte!
Was sollte ich nun tun? Nochmal nachhause und die Hose holen? Dauert zu lange. In Jeans trainieren? Viel zu warm! Je länger ich die Alternativen abwog und dabei meine blau-schwarze Funktionsunterhose im Retro-Schnitt betrachtete, desto mehr sah sie für mich wie eine Sporthose aus. Hatte ich nicht vor ein paar Jahren auf einem Seminar den Satz: "Blamiere dich täglich!" gelernt? Derart mental gestärkt, betrat ich den Trainingsraum in Unterhose und versuchte, mich unauffällig unter die Trainierenden zu mischen. Etwas kontraproduktiv empfand ich dabei, dass ich ausgerechnet heute mit einem Ultra-Finisher-Shirt herumprotzte. Vorsichtig beobachtete ich aus dem Augenwinkel, ob ich Missfallen, gar Aufsehen erregte. Doch niemand schien von mir Notiz zu nehmen. Beruhigt brachte ich die Einheit zu Ende. Voller Stolz auf meine neugewonnene mentale und körperliche Kraft kehrte ich heim.
Bei meinem heutigen Training - es herrscht ruhiges Herbstwetter - sah ich, dass man im Umkleideraum seit meinem letzten Besuch dieses Schild noch einmal aufgestellt hat:
"Trotz der hochsommerlichen Temperaturen bitten wir Sie, aus hygienischen Gründen Shirts mit Arm und knielange Hosen zu tragen."
* Quelle: Wikipedia
Donnerstag, 19. September 2013
Preiswerte Alternative zu FitRabbit?
| Duracellhase (Quelle: Wikipedia) |
"Sie haben zu wenig rote Blutkörperchen.", mäkelt mein Arzt. "Das nennt man auch Blutarmut. Ich könnnte Ihnen ein Medikament verschreiben, empfehle aber Rote Bete. Ich esse gern ein Glas Rote Bete mit Zwiebeln. Ich habe jedoch keine Blutarmut, sondern Fresslust!", gesteht er mit einem Blick auf seinen Schmerbauch, der seine Glaubwürdigkeit als Sportmediziner in meine Augen etwas unterminiert.
Trotzdem nehme ich den Tipp an und komme auch wirklich auf den Geschmack. Rote Bete ist lecker! Warum also nicht auch dieses FitRabbit testen?
Zunächst belese ich mich auf der Herstellerseite und erfahre, dass ein 80-ml-Beutelchen das FitRabbit-Konzentrats 400 ml Rote-Bete-Saft entspricht. Weiter stelle ich fest, dass so ein Beutelchen nicht unter 2 Euro zu haben ist.
Einen halben Liter Bio-Rote-Bete-Saft bekomme ich beim Edeka um die Ecke für 79 Cent. Das sind weniger als 40% des FitRabbit-Preises, rechnet der Sparfuchs in mir aus. Das entspricht bei 200 Trainingstagen im Jahr einer Ersparnis von 242 Euro. Dafür kann man sich mal einen halben Liter Saft reinziehen, finde ich, und starte meinen Selbstversuch.
Zwei Stunden vor jedem Training gibt es jetzt ein Weizenbierglas Rote-Bete-Saft. Ich starte jedoch noch nicht wie ein Windhund, eher wie ein Chow-Chow - der lila Zunge wegen. Doch die berichtete Wirkung auf Stuhl und Urin kann ich bereits bestätigen.
Ob ich nun auch bald ein fittes Häschen werde?
Dienstag, 17. September 2013
Unboxing Cube Delhi Pro
Aus der versprochenen Lieferzeit von 1 - 2 Tagen wurde eine Woche. Gestern erfolgte endlich die Lieferung. Mein neues Tourenrad Cube Delhi Pro war da! Aber es hätte schon letzten Donnerstag in meiner Garage stehen können. Ich hatte es letzten Montag online bestellt. Was war bei der Zustellung schief gelaufen?
Am Freitag begann ich leicht ungeduldig zu werden und fragte beim Händler nach. Er hatte vergessen, mir die Versandbestätigung zu schicken. Das Rad war bereits am Mittwoch ausgeliefert worden. Nun hatte ich die Sendungsverfolgungsnummer vom Frachtdienst und konnte sehen, dass für Donnerstag und Freitag jeweils ein Zustellversuch eingetragen war mit dem Hinweis "Annahme verweigert". Ich sollte mein sehnsüchtig erwartetes Rad verweigert haben?
Inzwischen hatte der Händler dem Lieferanten meine Telefonnummer übermittelt, und mich erreichte ein Anruf aus dem lokalen Zwischenlager. Offenbar hatte der Fahrer die Adresse nicht gefunden. Wir vereinbarten einen Liefertermin für Montag, und diesmal stand der Fahrer mit einem riesigen Paket pünktlich auf der richtigen Matte.
Nach dem Auspacken hatte ich nichts weiter zu tun, als die Transportpolster zu entfernen sowie den Lenker und die Pedale anzubauen. Doch für das Letztgenannte wurde ein 15er Schlüssel benötigt. Diese unübliche Weite hatte ich nicht im Werkzeugkasten. Rettung brachte ein Engländer. So war das Entsorgen des riesigen Pappkartons am Ende die größte Herausforderung.
Da stand er nun mein neuer Begleiter und harrte einer ausgiebigen Probefahrt, die ich ihm nicht lange verweigerte. Um es kurz zusammenzufassen, es war wie der Umstieg von der Familienkutsche in den Mercedes. Alles läuft geräuschlos und leichtgängig. Freude am Fahren! Ach nein, die reklamiert ja nicht Mercedes, sondern BMW für seine Produkte.
Bei Sonne und Wind, bei Regen, Sturm und Hagel werden mein neuer Freund und ich von nun an fünf Tage die Woche gemeinsam auf Straßen und Waldwegen unterwegs sein und meinen Arbeitsweg genießen. Ist es nicht herrlich, morgens schon den Elementen getrotzt zu haben? Nur bei Glätte darf er in der Garage bleiben. Seit einem Sturz vor ein paar Jahren bin ich etwas demütig geworden. Bei winterlicher Witterung erscheint mir Laufen sicherer.
Aber zunächst darf das gute Stück in der goldenen Herbstsonne glänzen. Ist es nicht ein schönes Exemplar?
Am Freitag begann ich leicht ungeduldig zu werden und fragte beim Händler nach. Er hatte vergessen, mir die Versandbestätigung zu schicken. Das Rad war bereits am Mittwoch ausgeliefert worden. Nun hatte ich die Sendungsverfolgungsnummer vom Frachtdienst und konnte sehen, dass für Donnerstag und Freitag jeweils ein Zustellversuch eingetragen war mit dem Hinweis "Annahme verweigert". Ich sollte mein sehnsüchtig erwartetes Rad verweigert haben?
Inzwischen hatte der Händler dem Lieferanten meine Telefonnummer übermittelt, und mich erreichte ein Anruf aus dem lokalen Zwischenlager. Offenbar hatte der Fahrer die Adresse nicht gefunden. Wir vereinbarten einen Liefertermin für Montag, und diesmal stand der Fahrer mit einem riesigen Paket pünktlich auf der richtigen Matte.
Nach dem Auspacken hatte ich nichts weiter zu tun, als die Transportpolster zu entfernen sowie den Lenker und die Pedale anzubauen. Doch für das Letztgenannte wurde ein 15er Schlüssel benötigt. Diese unübliche Weite hatte ich nicht im Werkzeugkasten. Rettung brachte ein Engländer. So war das Entsorgen des riesigen Pappkartons am Ende die größte Herausforderung.
Da stand er nun mein neuer Begleiter und harrte einer ausgiebigen Probefahrt, die ich ihm nicht lange verweigerte. Um es kurz zusammenzufassen, es war wie der Umstieg von der Familienkutsche in den Mercedes. Alles läuft geräuschlos und leichtgängig. Freude am Fahren! Ach nein, die reklamiert ja nicht Mercedes, sondern BMW für seine Produkte.
Bei Sonne und Wind, bei Regen, Sturm und Hagel werden mein neuer Freund und ich von nun an fünf Tage die Woche gemeinsam auf Straßen und Waldwegen unterwegs sein und meinen Arbeitsweg genießen. Ist es nicht herrlich, morgens schon den Elementen getrotzt zu haben? Nur bei Glätte darf er in der Garage bleiben. Seit einem Sturz vor ein paar Jahren bin ich etwas demütig geworden. Bei winterlicher Witterung erscheint mir Laufen sicherer.
Aber zunächst darf das gute Stück in der goldenen Herbstsonne glänzen. Ist es nicht ein schönes Exemplar?
Montag, 16. September 2013
St. Hildanus, der Schutzpatron der Läufer?
Für gestern hatte mir Herbert Steffny einen 10-km-Wettkampf in den Trainingsplan eingetragen. Meine Wahl fällt auf den Hildanuslauf.
Wer ist überhaupt dieser Hildanus? Der Schutzpatron der Läufer? Ein wenig Googelei bringt zutage, dass Hildanus ein oller Chrirurg war, der seinerzeit Großes leistete. Er hat u.a. die Hildanus-Maschine erfunden, mit der das Knie wieder beweglich gemacht werden konnte. Da hat er ja vielleicht wirklich manchem Läufer helfen können. Die Namenswahl das Laufes gefällt mir also schon mal. Wird mir auch der Lauf gefallen?
Ich setze mir mehrere Ziele. Idealziel: neue Bestzeit. Ziel zwei: unter 40 min, Ziel drei: ein Treppchenplatz in der AK.
Außerdem nehme ich den Junior mit und lasse ihn auf der 2000-m-Strecke antreten. Und das war wirklich das Beste, was ich tun konnte. Denn der Junge rettet den Tag!
Während ich mit 40:39 elf Sekunden am AK-Platz 3 vorbei schramme und damit alle Ziele verfehle, kommt mein Sohn als Dritter ins Ziel und gewinnt seine Altersklasse. Belohnt wird das vom Veranstalter mit einem Pokal. Mit seiner Pace von 3:51 min/km hätte ich alle meine Ziele erreichen können ...
Doch etwas Positives kann ich auch für mich verbuchen. Immerhin bestehe ich meinen ersten Wettkampf in Natural-Running-Schuhen.
Wie schön, dass man als Vater auch auf die Leistung seines Sohnes stolz sein darf!
Wer ist überhaupt dieser Hildanus? Der Schutzpatron der Läufer? Ein wenig Googelei bringt zutage, dass Hildanus ein oller Chrirurg war, der seinerzeit Großes leistete. Er hat u.a. die Hildanus-Maschine erfunden, mit der das Knie wieder beweglich gemacht werden konnte. Da hat er ja vielleicht wirklich manchem Läufer helfen können. Die Namenswahl das Laufes gefällt mir also schon mal. Wird mir auch der Lauf gefallen?
Ich setze mir mehrere Ziele. Idealziel: neue Bestzeit. Ziel zwei: unter 40 min, Ziel drei: ein Treppchenplatz in der AK.
Außerdem nehme ich den Junior mit und lasse ihn auf der 2000-m-Strecke antreten. Und das war wirklich das Beste, was ich tun konnte. Denn der Junge rettet den Tag!
Während ich mit 40:39 elf Sekunden am AK-Platz 3 vorbei schramme und damit alle Ziele verfehle, kommt mein Sohn als Dritter ins Ziel und gewinnt seine Altersklasse. Belohnt wird das vom Veranstalter mit einem Pokal. Mit seiner Pace von 3:51 min/km hätte ich alle meine Ziele erreichen können ...
Doch etwas Positives kann ich auch für mich verbuchen. Immerhin bestehe ich meinen ersten Wettkampf in Natural-Running-Schuhen.
Wie schön, dass man als Vater auch auf die Leistung seines Sohnes stolz sein darf!
Freitag, 13. September 2013
2000 Schwänze und ein Sperrmülltriathlet
Ich bin ein Sperrmüllfreak. Schon als Kind habe ich begeistert Kleinanzeigen in der Tageszeitung gelesen und geträumt, was ich mit dem ganzen alten Zeug anstellen könnte. "2000 Biberschwänze abzugeben!", annoncierte da zum Beispiel jemand. "Toll, die Pelze hängst du dir in deinem Zimmer an die Wand, wirkt doch bestimmt gemütlich." Damals wusste ich noch nicht, dass Biberschwänze Dachschindeln sind.
Trotzdem hat sich die intensive Lektüre gelohnt. So fand ich auch meinen Spatz - für 150 Mark. Für den selben Preis übergab mir später ein Bauer aus seiner Scheune seine 30 Jahre alte RT 125/2. Was der Bauer nicht wusste, als ich damit vom Hof fuhr: ich hatte noch gar keinen Motorrad-Führerschein.
Noch heute habe ich ein Auge auf jeden Sperrmüllhaufen, und manchmal auch zwei Hände darin.
Und deshalb bin ich seit gestern Rennradfahrer!
Ich musste nur Luft auf die Reifen pumpen, bevor ich erstmals in die Rennpedale treten konnte. OK, es ist nicht das neueste Modell. Zum Schalten an den Rahmen fassen zu müssen, ist wohl auch nicht mehr angesagt. Und der ambitionierte Karbon-Käufer wird die Nase rümpfen, wenn er das rostige Gefährt sieht. Aber ich habe ja noch Friedensware im Keller. Mit meinem Restbestand an Elsterglanz dürfte auch die Optik wieder hinzubekommen sein. Technisch ist das Veloziped jedenfalls sofort einsetzbar, wie eine Probefahrt offenbarte.
Nun träume ich wieder wie in meiner Kindheit Sperrmüllträume - diesmal von meinem ersten Volkstriathlon.
| Spatz (Quelle: wikipedia) |
| RT 125/2 (Quelle: wikipedia) |
Und deshalb bin ich seit gestern Rennradfahrer!
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| Sperrmüll |
Ich musste nur Luft auf die Reifen pumpen, bevor ich erstmals in die Rennpedale treten konnte. OK, es ist nicht das neueste Modell. Zum Schalten an den Rahmen fassen zu müssen, ist wohl auch nicht mehr angesagt. Und der ambitionierte Karbon-Käufer wird die Nase rümpfen, wenn er das rostige Gefährt sieht. Aber ich habe ja noch Friedensware im Keller. Mit meinem Restbestand an Elsterglanz dürfte auch die Optik wieder hinzubekommen sein. Technisch ist das Veloziped jedenfalls sofort einsetzbar, wie eine Probefahrt offenbarte.
Nun träume ich wieder wie in meiner Kindheit Sperrmüllträume - diesmal von meinem ersten Volkstriathlon.
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