Im Januar 2014
stand der Erwerb eines Laufrucksacks auf dem Plan, um auch auf längeren
Strecken autark verpflegt unterwegs sein zu können. Außerdem ermöglicht
so ein Utensil die Mitnahme von Wechselbekleidung, so dass man unterwegs auf veränderliche
Wetterbedingungen reagieren oder im Ziel etwas Warmes für die Rückreise
überziehen kann. Ein eingepacktes Notfallset kann ebenfalls sehr hilfreich sein, wie ich bald schon dankbar feststellen konnte.
Der Kauf
Nach langer
Googelei fand ich einen Online-Laden, der den erwählten „Salomon Advanced S-lab Hydro 12 Set“ für 118 Euro feilbot. Selbst als noch 16 Euro Versandkosten
hinzukamen, blieb das Angebot unschlagbar günstig. Aber wieso so hohe
Versandkosten? Erst ein Blick ins Kleingedruckte der in Deutsch präsentierten
Seite offenbarte die spanische Herkunft des Anbieters. Die Lieferung dauerte
daher auch ein paar Tage länger.
Die Nutzung
Es folgten viele
glückliche Laufmomente mit meinem neuen Begleiter, den ich fortan beim Laufen
kurz unterhalb meines Schalks platzierte. Mit dem vorher auf langen Läufen
genutzten Hüftgurt bin ich nie wirklich zufrieden gewesen, da dieser aller
paar Schritte hochrutschte und zurechtgerückt werden musste. Nicht so der Rucksack, der wegen seiner enganliegenden Passform auch Laufweste genannt wird. Seine Anwesenheit vergisst man unterwegs nahezu, bis
Hunger oder Durst in Dankbarkeit an ihn erinnern, erst recht seit ich ihn mit
einer zusätzlichen Trinkblase (geliefert wird er nur mit zwei Flaschen) nebst
Isolierung ausgerüstet hatte.
Der Garantiefall
Kurz vor dem 100er im Oktober passierte es dann. Der meistbenutzte Reißverschluss (ich hatte
immer das Handy in dieser Tasche verstaut) geht den Weg alles Irdischen. Zusätzlich
gibt eine Flasche unter Druck ihren Inhalt aus einem winzigen Löchlein preis.
| Softflask spritzt Wasserstrahl |
Der Herr an der
Salomon-Hotline lässt durchblicken, dass man den defekten Reißverschluss durchaus
als Garantiefall sehe. Aus der unterlassenen Erwähnung der kaputten Flasche
schließe ich, dass die gleiche Betrachtung für sie wohl nicht gilt. Wie auch
immer, ich solle mich besser an den Händler wenden, was ich am 27. Oktober tue.
| Kaputter Reißverschluss |
Dort verweist man
mich auf ein Online-Formular, mithilfe dessen ich meinem Rücksendewunsch
Ausdruck verleihen möge. Dazu seien Fotos des Schadens beizufügen. Das
Formular kennt aber nur EINEN Schaden und lässt nur daher nur ein einzelnes
Bild als Anhang zu. Es lässt sich auch nicht mit einem tar-Archiv, in das ich
beide Bilder packe, überlisten, da die Datei keine bildtypische Endung trägt.
Da stelle ich eben zwei Anträge!
Man teilt mir
darauf mit, dass mein Rucksack am nächsten Montag ABGEHOLT werde, ein
Versenden meinerseits sei nicht möglich. Alles Weitere möge ich doch mit GLS
klären. Ich muss also den ganzen Montag zu Hause auf den Postmann warten.
Immerhin kann der Paketdienst den Zeitraum auf Nachfrage noch etwas
einschränken: „Zwischen 13 und 18 Uhr.“ Fünf vor Sechs holt der Bote
schließlich das Päckchen ab.
Acht Tage später
erhalte ich die Nachricht, dass die Ware in Spanien angekommen sei. Es vergeht
eine weitere Woche ohne Fortschritt. Dann erhalte ich per Email eine Kundenzufriedenheitsanfrage von Salomon im Nachgang zu meinem initialen Anruf.
Dort nutze ich das freie Textfeld, um es mit Status und Referenznummer meines Rücksende-Vorgangs beim Online-Händler zu füttern. Ich weiß nicht,
ob ein Zusammenhang besteht, aber zwei Tage später informiert mich der Händler,
dass die Gutschrift „in den nächsten Tagen“ auf mein Konto erfolgen werde.
Heute, fünf Tage
später, ist noch keine Zahlung eingegangen. Aber ich habe schon mal gegoogelt.
Inzwischen ist die Version 3 des Rucksacks als "Salomon S-lab Adv Skin3 12 Set" verfügbar. Sie hat noch einen
Reißverschluss mehr.