Montag, 7. Mai 2018

WHEW – 67 Hundertstel



Als ich zu Hause die ungewöhnliche Kunde verbreite, einen Lauf verkürzen zu wollen, wird aus langmütiger Toleranz sofort aktive Unterstützung: "Wo willst du wann abgeholt werden?" "Um 13:45 Uhr in Hattingen an der Ruhr, bitte!" Zwei Wochen vor dem TorTourdeRuhr-Hundertmeiler erscheinen mir 100 Laufkilometer im Rahmen des WHEW als eine zu hohe orthopädische Belastung für meine geschundenen Achillessehnen.

Wochenlang habe ich mit mir gehadert. Soll ich die vollen 100 km laufen oder nicht? Besonders mein Sohn gab immer wieder zu bedenken, dass ich dann weder Medaille noch Urkunde erhalten werde und darüber hinaus noch ein DNF¹ in der Ergebnisliste stehen wird. Ja, verdammt! Stochert doch alle noch in der Wunde herum! Letztlich gibt das Befinden nach den 100 km „Rund um Solingen“ den Ausschlag. Zu lange brauchte ich, um die Achillesschmerzen wieder in den Griff zu bekommen. Und Guide Claudi meinte: „50 würde ich zwei Wochen vorher noch laufen, vielleicht auch noch 70. Aber keinesfalls mehr!“ Das Herz will etwas anderes. Der Verstand beschließt, auf die erfahrene Expertin zu hören. 

Laufen im Tunnel
Nach mehr als 70 km ist man praktisch schon fast im Ziel. Da steigt man nicht mehr aus. Also muss es irgendwo zwischen 50 und 70 km sein. Als ich sehe, dass es bei 67,5 km nicht nur einen VP gibt, sondern auch noch einen sonnigen Biergarten, wo meine Frau eine eventuelle Wartezeit komfortabel überbrücken kann, ist der Ausstiegspunkt festgelegt. Nervigerweise muss ich mich ab jetzt bei jedem rechtfertigen, der von meinem geplanten Exit erfährt. Vor allem immer wieder auch vor mir selbst.

Am herrlich sonnigen Startmorgen lehrt mich der Moderator, dass der WHEW, gar nicht „Weh-Hah-Eh-Weh“, sondern englisch „Wjuh“ genannt wird. Auch sonst erfahre ich Interessantes. Sandra berichtet auf dem ersten Teilsegment von ihrer 170-km-JUNUT-Erfahrung, wo sie nachts Temperaturen von minus Vier und am Tage von 25 Grad zu trotzen hatte. Und bei ihrer Teilnahme an der Weltmeisterschaft im 24-Stundenlauf fiel die elektronische Rundenmessung aus! Raimund erzählt, wie er Opfer einer Internetbetrügerei wurde. Der ebay-Käufer hatte ihm gefälschte Überweisungsnachweise untergejubelt, die versandte Ware tatsächlich nie bezahlt.

Sound-Bike
Und schon ist der höchste Punkt der Strecke erreicht. Für mich geht es nun nur noch bergab (rein geografisch gesehen!), da ich ja rechtzeitig vor dem fiesen, 14 km langen Gegenanstieg das Rennen verlassen werde. Ich habe mir vorgenommen, nicht schneller als im 6er Schnitt zu laufen. Und ich halte mich diesmal sogar an meine Strategie! Beim 25-km-VP will ich die erste Nahrungsaufnahme zelebrieren und verliere etwas Zeit, da eine Radbegleiterin mit ihrem Vehikel zum Tisch längsseits gegangen ist, um sich einen Kaffee ausschenken zu lassen. Dadurch ist zunächst für alle anderen das Büfett blockiert.

Ab jetzt begleitet mich ein Run&Bike-Duo, das sich auf einen Triathlon in Norwegen vorbereitet. Wie bei der TorTourdeRuhr handelt es sich um einen Wettkampf, bei dem ein Team im Begleitfahrzeug die Versorgung sicherstellen muss. Apropos Versorgung: die Talsohle, also die Ruhr, ist in Kettwig erreicht. Und dort am VP bei km 40 wird - unter vielem anderen - Mischbrot mit Knoblauchfrischkäse angeboten. Sehr, sehr lecker! Das kommt auf den Speiseplan für die Tortour!

Ständig werden wir Läufer von den Sound-Bikes umschwirrt. Das sind Lastenräder mit mobilen Lautsprechern, die mit lässiger Musik für Stimmung auf der zwar asphaltierten, aber sehr naturnahen Strecke sorgen. Dieser Lauf ist so Klasse! Ich beschließe zwei Dinge. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Und wenn es irgendwann mit dem Laufen hapern sollte, werde ich Sound-Bike-Fahrer!

Von hinten sind schnelle Schritte zu hören. Gundi schließt mit den Worten zu mir auf: „Du läufst so schön gleichmäßig. Da komme ich mit. Am Baldeneysee holen wir ein Läufer-Duo ein, das von seinem Coach begleitet wird. Als der Coach realisiert, dass wir am „WHEW 100“ teilnehmen, würde er sich gern anschließen, um den Plausch fortzusetzen. Aber dem Duo ist eine 6er Pace zu schnell. Punktgenau erreichen wir die 50-km-Marke nach 4:59. Trotz kurz gehaltener Verpflegungspause sehen wir das gecoachte Doppel nun weit vor uns. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Pausen die Durchschnittsgeschwindigkeit drücken!

Kunst am Strom
Der 50-km-Punkt stellt eine magische Grenze dar. Denn ab jetzt überholen wir ständig. Die hohen Mittagstemperaturen und der beständig kräftige Gegenwind fordern ihren Tribut. Auch Gundi, die am Folgetag noch den Marathon in Mainz finishen möchte, nimmt nach 55 km Tempo heraus. Da mein Kopf ja nur bis 67 denken muss, fühle ich mich derartig frisch, dass ich dauernd gegen die Versuchung ankämpfen muss, zum Telefon zu greifen, um meine Frau ins Ziel umzubestellen. Ich bilde mir ein, dass mich meine Vernunft davon zurückhält. In Wahrheit ist es wahrscheinlich die Furcht vor dem gewaltigen Donnerwetter aus dem Hörer.

An der Ruhr hole ich dann doch mal das Handy zum Knipsen heraus, was einen Radfahrer seiner Begleitung zurufen lässt: "Der macht sogar noch Pictures!" Unter den vielen Leinpfad-Pedalisten ist auch Vigli, die ihr 100-km-Ruhr-Erlebnis zu einem Buch verarbeitet hat. Sie hält extra für mich an, um die Hände zum Applaudieren frei zu haben. Danke!

Nach 60 Kilometern überhole ich immer mehr Geher. Und auch ich habe zunehmend Mühe, die 6er Pace zu halten. Insgeheim zähle ich die letzten 7 Kilometer runter. Gerade als es anfängt, zäh zu werden, finde ich mich plötzlich im Schlaraffenland wieder!

Normalerweise nimmt man am VP ein paar Schlucke und Bissen, um dann weiterzuhasten. Doch für mich ist hier der inoffizielle Zielbereich. Und was ist da nicht alles aufgetafelt! Nur eine kleine Auswahl sei genannt. Melone, Ananas und Orangen runden das übliche Obstangebot ab. Es gibt zwei Sorten Kuchen und „Vegetarische Hackfleischbällchen“. Grießbrei und Milchreis sind wohlfeil und können noch mit Apfelmus garniert werden, wovon ich reichlich Gebrauch mache. Als ich mein Schüsselchen auslöffle, kommt der nächste Läufer und fragt: „Du bist wohl schon beim Nachtisch?

An der Ruhr - Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
Gerade rechtzeitig, bevor der Lauf richtig anstrengend geworden wäre, beende ich den letzten langen, vorpfingstlichen Trainingslauf. In die Erleichterung mischt sich Trauer. Es ist wirklich schade, denn dieser Longrun hat bis hierher nur Freude bereitet. Aber man soll ja gehen, wenn es am schönsten ist. Zumindest werde ich mir im Falle eines TorTour-Fiaskos nicht den Vorwurf machen müssen, es heute übertrieben zu haben.


¹DNF ... Did Not Finish


Dienstag, 1. Mai 2018

Mit Fahne am Start - Düsseldorf Marathon 2018

Der Weg zum Start führt durch die Düsseldorfer Altstadt. Kurz vor 8 Uhr sind hier noch die letzten Nachtschwärmer unterwegs. Sie wanken mit ihrer Alkoholfahne durch die Gassen. Auch ich werde gleich mit einer Fahne durch die Stadt ziehen. Da steht "3:29" drauf, denn ich bin wieder Pacer beim Düsseldorf Marathon.

Exakt mit dem Startschuss beginnt ein kräftiger Schauer auf das Starterfeld des Düsseldorfer Marathons zu prasseln. Trotzdem oder gerade deswegen erweist sich die Witterung als ideales Laufwetter. Kein Wind, keine Sonne, angenehme Temperaturen und gelegentlich Wasserkühlung von oben.

Der "3:29"-Aufdruck auf meinem Rückenwimpel lässt Verwirrung aufkommen. Denn auf der Rückseite scheinen die Ziffern in Spiegelschrift durch, was einige (auch die Moderatoren) "3:59" lesen lässt. Hoffentlich haben sich keine "sub 4:00"-Aspiranten an mich drangehängt! Manchmal werde ich auch gefragt, ob die Zeit als Pace oder als Zielzeit zu interpretieren ist. Mit einer 3:29er Pace wäre ich eine gute Stunde früher im Ziel! Theoretisch. Praktisch würde ich das wohl keine 1000 m durchhalten.


Armband

Wir vier Brems- und Zugläufer bemühen uns stattdessen um eine Kilometerzeit von 4:57. Jedenfalls gibt das uns ausgehändigte Zwischenzeitenarmband diese Geschwindigkeit und somit ein Finish in 3:29:00 vor. Meine persönliche Interpretation der gestellten Aufgabe liegt eher bei 3:29:59. So genau kann man das natürlich schwer treffen. Aber eine 3:29:xx sollte es schon werden. Und so teilt sich unser vierköpfiges Team in zwei Gruppen. Die einen laufen etwas schneller voraus, während Jürgen und ich die Nachhut bilden. Jürgen trägt sicherheitshalber zwei Uhren, war ihm doch bei seinem letzten Pacemaker-Job im Unwetter seine Uhr ausgefallen!

Der Ultraläufer, der mich letztes Jahr begleitete, ist auch wieder mit von der Partie. Die meisten Mitläufer bleiben hinter mir und dadurch für mich unsichtbar. Aber ein Vereinskameraden-Duo, dessen orange markierte Startnummern die beiden als Teilnehmer der Deutschen Meisterschaften ausweisen, fällt mir auf. Wegen der speziellen Nummern hatte ich sie erst für Staffelläufer gehalten!

Wir sind ebenfalls speziell markiert. Neonfarbene Leibchen des einen und blaue Kompressionsstulpen des anderen Sponsors komplettieren unseren Pacerlook. Allerdings bleibt das am Hemd-Rücken aufgedruckte Logo vom Fahnentragegestell verdeckt. Das würde ich als Geldgeber als "sub-optimal" empfinden. Als Fahnenträger bin ich aber auch nicht hundertprozentig glücklich. Obwohl es sich mit der erstaunlich geringen Last fast besser laufen lässt, als mit dem Luftballon im letzten Jahr, beginnt der rechte Schultergurt nach einiger Zeit am Hals zu reiben. Jürgen geht es genauso.

Die feuchte Witterung hat nicht ganz so viele Zuschauer an die Strecke gelockt. Aber die anwesenden unterhalten mit lustigen Schildern. "You do all this for alcoholfree beer?", fragt eine Dame. Noch sympathischer finde ich aber die Frauen, die das Statement "Marathon ist auch sexy" hochhalten.

Bei Kilometer 35 sind wir sekundengenau auf 3:29:00-Kurs. Der eine der beiden Vereinskameraden mit DM-Nummer muss nun kämpfen und wird immer wieder von seinem Kompagnon motiviert. Ich beschließe, das Zeit-Polster zur 3:30 möglichst aufzubrauchen, um den schwächelnden Mitläufern zu signalisieren, dass jetzt auch eine Pace über 5:00 noch für eine "sub 3:30" reicht.

Mein neuer Bierdeckel?

Die meisten haben noch Kraft für einen Endspurt und ziehen ab km 41 davon. Eine Frau wendet sich mir beim Überholen zu und bedankt sich lächelnd für den Service. Das ist ein noch schönerer Lohn für die heutige Mühe als die Medaille, die ich nach 3:29:40 gegen mein Fahnengeschirr tauschen darf.

Dienstag, 17. April 2018

100 km "Rund um Solingen" - 2018

Früher waren 100-km-Läufer harte Kerle. Sie rannten zu nachtschlafener Zeit "Rund um Solingen". Inzwischen hat Verweichlichung um sich gegriffen, denn die Veranstaltung beginnt jetzt eine Stunde später - also um 6 Uhr.

Wupper-Kotten
Am Start treffe ich Claudi und frage sie, ob sie beide der zwei 50-km-Runden mitläuft. Sie antwortet mit einem einfachen "Ja". Dabei stellt sich nach dem Start heraus, dass sie heute Guide und Pacemaker in einer Person ist und uns über die 100 km in gleichmäßigem Tempo führen wird. Ich liebe dieses Understatement! Es erinnert mich an einen Lauf neulich. Da wurde Simone unterwegs gefragt, ob sie den Röntgenlauf kenne. Auch sie antwortete nur mit "Ja". Dabei hat sie dieses Rennen schon zweimal gewonnen!

Schon bald wird es hell. Und mit der Sonne kommt die Wärme. Schicht um Schicht entblättere ich mich ins Begleitfahrzeug, das etwa aller 10 km als VP fungiert und auch unsere Kleiderbeutel transportiert.

Mobiler VP

Nach der ersten Runde verlassen uns die 50-km-Läufer und wohl auch ein paar Aussteiger. Von 20 gemeldeten 100-km-Aspiranten waren 17 gestartet. Im Ziel werden wir jedoch nur zu neunt ankommen. Ein bisschen beneide ich diejenigen, die jetzt noch den ganzen sonnigen Samstag auf der Terrasse herumlümmeln können. Es ist ja erst Mittag. Aber wir werden noch bis zum Abend weiterlaufen!

Nun wird das Tempo gleichmäßiger. In der großen Gruppe führte jede Verengung zu Stau mit nervigem Stop&Go. Im Pulk hatte ich sogar eine Stufe übersehen und mich auf allen Vieren wiedergefunden.

Claudi umschwirrt uns wie ein Hütehund. Mal bremst sie vorne, mal zieht sie hinten. Und immer behält sie ihre gute Laune! Bei km 90 dreht sie so richtig auf und zieht alle Motivationsregister. Zwei Mitläufer wollen hier aussteigen. Aber es gelingt ihr, die beiden zum Weiterlaufen aufzubauen.

Die letzten Kilometer haben es ziemlich in sich. Es geht sehr lange und recht steil bergauf. Die einheimischen Begleitläufer sprechen allerdings nur von einem "Bergischen Hubbel". Mit 1300 Hm gilt die Strecke für Bergische Verhältnisse als "entschärft". Mir fällt es trotzdem zunehmend schwer. Die Achillessehnen ächzen, und am linken Fuß fühlt es sich an, als ob sich der Nagel des kleinen Zehs ins Fleisch des Nachbarzehs bohrt. Am 95-km-VP schaue ich mal nach, wie tief er schon "drin" ist. Aber der Nachbarzeh ist völlig intakt! Der Nagel des kleinen Zehs ist unter Druck geraten und schmerzt. Für die verbleibenden 5 km ist das eine erträgliche Kleinigkeit. Aber für weitere 66 km wie sie zu Pfingsten geplant sind?

Diese letzte, kurze Pause lässt uns alle sofort frösteln. Zum Heizen ist keine Energie mehr übrig. Da bleibt nur Laufen, um warm zu werden. Und so erreichen wir alle gemeinsam das Freibad Ittertal nach 13:22:40, wo wir köstlich bewirtet werden und sogar Pokale erhalten.

Donnerstag, 12. April 2018

Eine von Bergischen 5

Ich bin dahinter gekommen, warum uns Oli, der Veranstalter des Etappenlaufes "Die Bergischen 5", schon um 7 Uhr loslaufen lässt. Er wartet noch auf die Lieferung eines Schlafzimmers in seine neue Wohnung. Ohne richtiges Bett kann der Mann vermutlich einfach nicht länger schlafen!

Mit roten Augen stehe ich als frischgebackener "Rookie-Finisher" am Start. Den lustigen Titel erwarb ich  anlässlich der österlichen "Tour de Anger", bei der uns Bernd über 38 km von der Quelle in Wülfrath bis zur Mündung bei Duisburg entlang des Angerbachs führte.

Rückblick: Angerbach kurz nach der Quelle in Wülfrath

Nur die erste, sonntägliche Etappe der "Bergischen 5" will ich bestreiten. Für die restlichen vier Tage fehlt mir der Urlaub und wahrscheinlich auch die Kraft. Seit meinem Neanderlandsteig-Etappenlauf spüre ich das rechte Knie und die Achillessehnen doch ziemlich deutlich.

Am Start verbreitet der Oli Angst und Schrecken. Die Strecke sei nicht komplett markiert. Und wer schneller als einen 6er Schnitt laufe, riskiere vor leeren VP's zu stehen. Zwar habe ich einen halben Liter Apfelschorle dabei. Für gute 50 km bei über 20 Grad wird das wahrscheinlich nicht ganz reichen.

Beinahe muss ich mir um derlei Umstände keine Gedanken mehr machen. Denn schon nach 7 km werde ich disqualifiziert! An einer Straßenquerung lasse ich den beampelten Fußgängerübergang links liegen und quere in direkter Linie die Straße. Diese freie Interpretation der Wettkampfregeln, die ein Überlaufen roter Ampeln verbieten, lässt der Organisator nicht durchgehen. Und der radelt direkt hinter mir!

Immerhin darf ich, außerhalb der offiziellen Wertung, den Lauf beenden. Aber es fühlt sich nicht gut an. Bin ich ein Betrüger, ein unfairer Sportler? Mit solchen Gedanken trotte ich weiter und leiste innerlich Abbitte: "Lieber Oli, es tut mir leid. Ich wollte deine Laufgenehmigungsverfahren nicht in Gefahr bringen." Es ist ganz gut, dass es mich als Einzeletappenstarter getroffen hat. So kann ich als abschreckendes Beispiel dienen. Man stelle sich vor, man hätte die ganze Serie gebucht, und dann ist nach 7 km alles vorbei!

Es zeigt sich, dass die anfangs prognostizierten Schwierigkeiten nicht existieren. Die Route ist perfekt markiert und die VP's sind, wie bei Oli üblich, leckerst bestückt. Sogar Grillfleisch ist wohlfeil! Ich begnüge mich dennoch mit Wasser, einem Stück Banane und zwei Stückchen Ananas.

Ganz anders müssen die Mehrtages-Läufer Energie bunkern. Nach 30 km, die ich allein kurz vor dem Feld lief, holen mich die beiden führenden Etappenläufer ein. Und einer davon schiebt nicht nur einen Schokoriegel nach dem anderen ein. Nein, er holt auch einen Thermobecher aus seinem Rucksack und gönnt sich unterwegs seinen Kaffee! Ist das die Läufervariante der berühmten "Bergischen Kaffeetafel"?

Wupper-Trail
Zusätzlich zu solchen leiblichen Genüssen verwöhnt uns jetzt auch die Strecke mit dem ganzen Liebreiz des Bergischen Landes. Der hohe Asphaltanteil zu Beginn war meinem Training für die Tortour de Ruhr sehr zuträglich, die Trails jetzt entlang der Wupper und des Eifgenbaches sind einfach nur herrlich. Mit dem Altenberger Dom bekommen wir auch noch eine richtige Sehenswürdigkeit präsentiert.

Dafür, dass meine beiden Begleiter noch vier weitere Tage vor sich haben, legen sie ein unglaubliches Tempo vor. Allein hätte ich diese Geschwindigkeit wohl nicht gehalten. Denn jetzt erhebt sich vor uns ein Großteil der rund 800 Hm der Strecke. Nach 45 km zerreißt es dann unser Dreigestirn. Ein Etappenmann trabt locker nach vorn, der Kaffee-Fan bleibt etwas zurück. Und ich kämpfe mich dazwischen, nun sehr froh über meine Zusatz-Apfelschorle, ins Ziel.

Ziellinie

Meine zwei Verlaufer erhöhen die Distanz dieses weiteren TTdR-Trainingslaufs auf 51,75 km, die ich nach 4:45:12 auf der Uhr habe. Das Tempo von 5:31 hat mich mehr gefordert, als erhofft. Fühlte ich mich direkt nach dem Neanderlandsteig-Etappenlauf noch perfekt auf die TorTour vorbereitet, mischen sich jetzt leise Zweifel darunter, ob das selbstauferlegte Programm mit noch zwei Hundertern (Rund um Solingen, WHEW) und dem Düsseldorf-Marathon nicht etwas zu umfangreich dimensioniert wurde.

Donnerstag, 29. März 2018

Kleiner Prinz - Spendenmarathon Oelde

"Die Strecke ist nicht die schönste. Is' aber so!" Mit diesen Worten empfängt uns der Veranstalter Volker und setzt beim Briefing noch einen drauf: "Es ist die hässlichste Strecke der fünf Läufe." Denn eigentlich sind fünf Marathons in fünf Tagen zu laufen, aber ich will es mit dem Etappenlaufen ja nicht gleich übertreiben.

Kleiderbeutelabgabe, Start, Ziel und VP

Die Lage der Strecke hat einen guten Grund. Wir starten nämlich auf dem Gelände der Brauerei "Pott's", die als Sponsor fungiert und neben dem Finisher-Bier und Toiletten noch jede Menge zu bieten hat. Wer nach dem Lauf im Brauhaus einkehrt, bekommt alle Getränke frei. Außerdem kann ein Brauerei-Museum besichtigt werden. Und der Oberbraumeister gibt den Startschuss ab, indem er eine Bierflasche mit lautem "Plopp" öffnet.

Zeitnehmer und Starter kurz vorm "Plopp!"

Damit sind die Sensationen des Tages allerdings aufgezählt. Nun müssen noch sieben Runden gelaufen werden - aus dem Gewerbegebiet heraus, auf asphaltiertem Fuß-/Radweg an einer Fernverkehrsstraße entlang und wieder ins Gewerbegebiet hinein. Zur Auflockerung wurde immerhin ein Mercedes mit dem Kennzeichen "BE-NZ" am Laufweg geparkt.

Der BE-NZ

Marco meint angesichts der Streckenführung und des eisigen Windes, dass möglicherweise ein Lauf innerhalb der Brauerei die bessere Idee gewesen wäre. In unserem 3:41:09 währenden, gemeinsamen Brainstorming finden wir doch noch einen positiven Punkt. Die Laufroute hat eine hervorragende Verkehrsanbindung. Sie befindet sich nur eine Minute von der Autobahn entfernt!

Medaille und Urkunde Spendenmarathon Oelde
In Wirklichkeit haben Marco und ich die ganze Zeit unseren Spaß. Die ausgezeichnete Versorgung bietet Wasser, Iso, Obst, Salzstangen, Studentenfutter, Kekse und veganes Backwerk. Und wir laufen für einen guten Zweck. Denn unsere Startspende geht an die Aktion Kleiner Prinz und kommt so Kindern in Not zugute. Mit unserem Start haben wir also definitiv nichts falsch gemacht und werden am Ende überraschend sogar mit Medaille und Urkunde belohnt.





Samstag, 24. März 2018

Neanderlandsteig-Etappenlauf: 246 km und 4000 Hm in 4 Tagen

George Mallory antwortete auf die Frage, warum er den Mt. Everest besteigen wolle: "Weil er da ist." Und der Neanderlandsteig ist auch da. Noch dazu vor der Haustür. Die Idee eines Etappenlaufes auf dem Steig beschäftigt mich schon länger. Jetzt gönne ich mir vier Tage Laufurlaub und will es endlich durchziehen.

Meine neue Liebe wird schnell anstrengend

Ich habe die Neanderland-Umrundung über 246 km in 4 Etappen aufgeteilt, die ohne Ruhetag zu laufen sind:
    EtappeVonNachkmHm
    1RatingenLangenfeld71,7658
    2LangenfeldHaan/Gruiten58,5841
    3Haan/GruitenVelbert/Nierenhof50,81257
    4Velbert/NierenhofRatingen65,11290

    Da sich seit den Tagen des Neandertalers die Erschließung des Neanderlands mit öffentlichen Verkehrsmitteln etwas verbessert hat, entschließe ich mich zu einem Standquartier in Ratingen und minimiere dadurch Organisationsaufwand und Laufgepäck.

    Neanderlandsteig - Etappen und Zuwege

    Nach Süden nach Süden


    Schöner könnte mein Laufurlaub nicht beginnen! Da mich die erste Etappe in Richtung Südpol des Neanderlandes führt, laufe ich den ganzen Tag der Sonne entgegen. Und die scheint so intensiv vom wolkenlosen Himmel, dass ich die minus drei Grad des "Märzwinters" mit seinem starkem Nordost-Wind gerne in Kauf nehme. Ich werde heute brauner als letztens auf Mallorca.

    Palmenstrand am Unterbacher See bei minus 3 Grad
    Die Wegewarte des Neanderlandsteigs haben die schönsten Pfade der Gegend herausgesucht und zu einer großen Runde verbunden. Wo immer möglich, verläuft der Steig auf einem Trampelpfad, oft parallel zu existierenden, breiteren Wegen. Auch das trägt zur guten Lauflaune bei.

    Und die lasse ich mir nicht trüben. Als ich ein Dreh-Gatter in einem Zaun passiere, weist ein Schild auf frei lebende Wildtiere in diesem Bereich hin. Hunde seien daher anzuleinen. Kaum habe ich das gelesen, schießt ein schwarzer Hund von rechts nach links aus dem Unterholz über den Weg. Aus zahlreichen Begegnungen mit Hunden und ihren Haltern habe ich die Erkenntnis gezogen, dass ein Ansprechen der Besitzer sinnlos ist und nur dazu führt, dass ich mich aufrege. Also weiter.

    Nur wenige Hundert Meter vor mir geht der nächste Gassigänger leinenlos. "Ruhig, Pulsmesser, du sagst nichts!" Kaum habe ich das Duo passiert, springt mich der große Schäferhund bellend von hinten an. Ich lasse mich stellen. Dann kann ich nicht anders und weise den Halter höflich auf das Schild hin. Im selben Moment nehme ich das dudelnde Radio an seinem und die Alkoholfahne aus seinem Hals wahr. Die Erfahrung bestätigt sich ein weiteres Mal. Ich wende mich ab und laufe weiter: "Ich lasse mir meinen Laufurlaub nicht versauen!"

    Ganz im Süden des Neanderlandes geht es offenbar etwas kultivierter zu. Ich treffe nacheinander drei Hundehalter, die ihre Tiere an der Leine führen! Ich staune ob des seltenen Anblicks.

    Märzwinterfarben am Südpol des Neanderlands

    Die wasserreiche Etappe leitet zunächst am Unterbacher See und Elbsee vorbei, bevor sie später an den Rhein führt. Ein kürzerer Lauf in Gegenrichtung lehrte mich einst, dass ich mit einem VP rechnen kann. Tatsächlich materialisiert sich etwa zur Halbzeit zwischen dem Buschwerk ein Mc Donalds. Selten habe ich mich über den Anblick des großen M's so gefreut.

    Als es nach 50 Kilometern gerade etwas anstrengend zu werden droht, lädt Aral zu einer spontanen Rast ein. Ich lerne, dass man dort den Kaffee 10 Ct billiger bekommt, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt.

    Da der S-Bahnhof Langenberg nicht direkt am Steig liegt, muss ich am Etappenende noch knapp 3 km der Straße folgen. Trotz aller Belastung bin ich schneller als die Pendler im Stau neben mir.

    Die teuersten 3 Kilometer meines Lebens


    Als mich die S-Bahn am nächsten Morgen bei Wind und bitterer Kälte wieder in Langenfeld ausspuckt, setze ich einen nächtlichen Entschluss um. Ich springe ins nächste Taxi und lasse mich dorthin fahren, wo ich am Vortag den Neanderlandsteig verließ. Im morgendlichen Stau wäre ich zu Fuß wohl wieder schneller gewesen, aber ich genieße die herrliche Wärme im Auto und ruhe mich noch ein paar Minuten aus. Mein Ziel ist, den Neanderlandsteig komplett abzulaufen. Sinnlose Zuweg-Kilometer sollen es nicht gefährden. Insofern halte ich die 10 Euro Taxigeld für gut investiert.

    Schloss Laach

    Am Schloss Laach setze ich die ersten Schritte in den frisch gefallenen Schnee. Nach einiger Zeit kommt wieder die Sonne durch, ich aber komme heute scheinbar nicht vom Fleck. Nach 25 km weist ein Schild zu meinem Startpunkt, dem Bahnhof Langenfeld, in nur 1,1 km Entfernung! Und nach 30 km steht immer noch Langenfeld auf einem Ortsschild. Der Steig umkreist den südlichsten Ort und führt mich später in die Hildener Sandberge und durch die Ohligser Heide. Ich bin auch ein Stück auf der Strecke der Hildener Winterlaufserie unterwegs, die mich 2014 zu einer Bestzeit beflügelte.

    Die Sherpas haben Fixseile angebracht

     Krankenhausaufenthalt


    Mitten im Wald sehe ich plötzlich Unmengen von parkenden Pkw's. Das Rätsel löst sich kurze Zeit später. Der Parkplatz gehört zu einer Klinik am Waldrand. Da ich gerade die Hälfte der heutigen Distanz in den Beinen habe, benutze ich die dortige Cafeteria als VP.

    Bei Solingen kommt mir der Kurs recht bekannt vor. Vor zwei Jahren lief ich dort zweimal "Rund um Solingen". Auch in diesem Jahr will ich an dem 100-km-Freundschaftslauf teilnehmen.

    Sandklippen

    Genau mit meinem Eintreffen am Bahnsteig von Haan/Gruiten erreicht der Zug den Halteort. Ich springe aus vollem Lauf in den Wagen und umwehe die Mitfahrer mit meinem Odeur.

    Der Fuchs


    Der für den Morgen prognostizierte Nebel hält sich leider hartnäckig den ganzen Tag. Vom Bergischen Land ist auf der heutigen Etappe nicht viel zu sehen.

    Dorf Gruiten

    Obwohl die Temperaturen in den Plusbereich gestiegen sind und sich der Wind gelegt hat, friere ich die ersten drei Stunden. Offenbar fühlt sich sonnenlose, feuchte Luft kälter an. Vielleicht laufe ich mittlerweile auch nicht mehr schnell genug, um richtig warm zu werden. Auf jeden Fall bin ich froh, dass bei einer Straßenquerung etwa zur Halbmarathon-Distanz eine Star-Tankstelle als wärmende Labestelle bereitsteht.

    In den letzten beiden Tagen hatte ich schon einiges an Wildtieren beobachten können. Feldhase, Reh, Rotmilan, Buntspecht, Reiher, Zaunkönig und Kleiber gehörten dazu. Doch Reineke Fuchs ist der erste, der Blick-Kontakt mit mir aufnimmt und hält. Er beobachtet mich so lange regungslos, bis ich es endlich geschafft habe, mein Smartphone hervorzuholen, um den seltenen Moment festzuhalten.

    Der Fuchs

    Der gelbe Sack


    Die letzte Etappe starte ich mit der Gewissheit, dass ich den Etappenlauf tatsächlich ohne Ruhetag finishen werde. Doch habe ich die Rechnung ohne das Wetter gemacht. Es regnet bei 2 Grad und der Wind hat wieder aufgefrischt. Von der Regenjacke trieft die eisige Brühe genau in meinen Schritt. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich bereits mit Sitzbädern eine Blasenentzündung kurieren. Mir wird klar: das halte ich nicht den ganzen Tag aus. Also werde ich kreativ. Ich habe ja Zeit zum Nachdenken. Ich muss nur einen alten Müllsack finden! Rettung bringt der Zivilisationkontakt in Form eines Waldkindergartens. Dort spendiert man mir einen Gelben Sack, dessen Boden ich aufreiße. Dann steige ich hinein und stopfe den oberen Rand in den Hosenbund. Regenjacke drüber - fertig! Der Schmutzsack wird zum Schutzsack. Der Schutzsack dient als Sackschutz. Einst trug der Mann den Gehrock, ab jetzt trage ich den Laufrock! Alle Welt verteufelt die Plastiktüte. Mir rettet sie heute - im Wortsinne - den Arsch.

    Laufrock statt Gehrock

    Da ich kaum jemanden treffe, ist die Optik ohne Belang. Helmut Kohl sprach damals vom "Freizeitpark Deutschland". Offenbar sind wir davon (noch oder wieder) weit entfernt. Oder die Leute verbringen ihre Freizeit wochentags nicht im Wald. Jedenfalls beschränken sich meine seltenen Begegnungen im Wesentlichen auf Hundehalter. Dazu kommen noch ein paar Reiter und Spaziergänger sowie erstaunlich wenige Läufer.

    Krankenhäuser werden offenbar ganz gerne an den Waldrand gestellt. Nach 27 km bildet heute die Rhein-Ruhr-Klinik den VP und taut mich mit einer heißen Tomatensuppe auf.

    Das Ende naht


    Die letzte Etappe endet zum Glück flach. Anstiege laufe ich schon seit gestern nicht mehr. Aber in der Ebene trabt es sich noch erstaunlich gut. Schwierig wird es paradoxerweise durch meine Streckenkenntnis auf diesem Segment. Dadurch verlaufe ich mich heute zwar ausnahmsweise nicht, muss aber gegen die vielen Versuchungen zum Abkürzen ankämpfen. Aber ich will ja den Neanderlandsteig einmal komplett gelaufen sein.

    Bachtal im Ratinger Norden
    Immer wieder visualiere ich unterwegs tränenreich das Finish, gebe mich dem Glücksgefühl hin und lasse mich davon vorantreiben. Tatsächlich endet die Aktion dann eher recht prosaisch. Die Uhr piept: "Ziel erreicht!" Aufgabe erledigt.

    Die großen Gefühle bleiben aus. Die hatte ich unterwegs.

    Donnerstag, 15. März 2018

    Mallorca - Laufschuh schlägt Fahrrad

    Eine Woche darf ich mich auf den Trails von Mallorca herumtreiben - ein gelungener Mix aus Wandern und Trailrunning!

    Nach einer Wanderung in den Höhen des Tramuntana-Gebirges laufe ich den langen Downhill vom Stausee Cuber zurück zum Hotel in Port de Sóller. Unterwegs überhole ich zwei Mountainbiker. Bergab! Das könnte nun etwas über mich aussagen. Oder über die Biker. Ich denke, es sagt vor allem etwas über den Untergrund der hiesigen Trails.

    Ein paar Kilometer weiter im Barranc de Biniaraix biege ich um eine der zahlreichen Kehren. Direkt dahinter sitzt mitten auf dem Weg ein junges amerikanisches Pärchen auf seiner Picknickdecke. Er springt "Sorry"-rufend auf und drückt sich rechts an die Felswand. Sie stellt sich links an den Abgrund. "No problem, I will jump!", rufe ich und springe über den reich gedeckten "Tisch" zwischen den beiden. In dem Moment wechselt das Mädchen die Wegseite und tritt damit genau in meine Flugbahn. Für einen kurzen Moment sehe ich uns beide verknäuelt in den Abgrund trudeln. Aber irgendwie gelingt es, den Zusammenprall zu vermeiden. Wer mag wohl mehr Adrenalin ausgeschüttet haben, sie oder ich?

    Blick von Felskante nach Port de Sóller
    Beim Downhill vom Castel de Alaró treffe ich wieder auf eine Radlerin. Übellaunig trägt sie ihr Rennrad über die krassen Trails. Ich frage lieber nicht, was sie hierher verschlagen hat.

    Inzwischen scheint sich mein mallorquinisches Treiben herumgesprochen zu haben. Sommerkind-Trailrunning-Tours, die selber ausgebucht sind, fragen an, ob ich eine Dame mit in die Berge nehmen würde. Sie entpuppt sich als eine Freundin von Trailrunnerin Susi. So klein ist die Läuferwelt! Gemeinsam folgen wir einem Track, den mir Holger von Trampelpfadlauf zugesandt hat. (Erwähnte ich schon die Größe der Läuferwelt?) Er führt uns eine lange, steile Rampe hinauf auf einen namenlosen Fels. Nur zwei Wanderer treffen wir unterwegs. Statt eines Grußes keuchen sie: "Muy dificil!" Der Weg endet an einer Abbruchkante mit überragender Aussicht auf die Bucht von Sóller.

    Port de Sóller
    Ungefähr einen Halbmarathon und 800 Hm später sind wir zurück am Strand. Nach einer Verpflegungspause breche ich noch einmal allein auf. Ich möchte jetzt von der anderen Seite in die Bucht schauen und besteige den Puig de Balitx - laut Rother Wanderführer eine der anspruchsvollsten Bergtouren der Insel. Rother meint damit eigentlich die letzten Meter zum Gipfel. Ich vehederre mich stattdessen schon unten auf Privatgelände zwischen Steinmauern und Zäunen. Entnervt krieche ich nach einer Viertelstunde frustierenden Suchens einfach bäuchlings unter einem Maschendrahtzaun durch. Die offizielle Stelle zum Übersteigen des Zaunes entdecke ich erst auf dem Rückweg. Mein Gekrauche und Gekrieche wird am Gipfel mit einem Rundumblick auf die Tramuntana und Port de Sóller belohnt.

    Blick vom Puig de Balitx nach Port de Sóller
    Nach 41,4 km und 1700 Hm drücke ich ein Auge zu und verbuche das Finale des diesjährigen Mallorca-Urlaubs als Trailmarathon.