Sonntag, 8. Februar 2015

Gore-Tex vs. Sealskinz



Letztens erwähnte ich die Benutzung von wasserdichten Socken, was zu vielen mündlichen und schriftlichen Nachfragen führte. Daher möchte ich etwas detaillierter über meine Erfahrungen berichten.

Nasse Füße kennt jeder Läufer, der bei Wind und Wetter seine Bahnen zieht. Auf längeren Strecken kann das unangenehm werden, wenn die Füße auskühlen oder die nassen Socken Falten werfen. Doch wie kann man die Füße trocken halten?

Mit zwei Systemen, die vor Nässe schützen sollen, habe ich beim Laufen Erfahrungen gemacht. Das sind Gore-Tex und Sealskinz. Ich probierte Gore-Tex-Schuhe und Sealskinz-Socken. Also berichte ich von Äpfeln und Birnen, denn ein fairer Vergleich würde den Socken von Sealskinz Gore-Tex-Socken gegenüber stellen.

Gore-Tex-Schuhe


Durch die Ausrüstung mit der Gore-Tex-Membran sind die Schuhe schwerer als herkömmliche Laufschuhe. Im Barfuß-Bereich findet man daher kaum wasserdichtes Schuhwerk. Vor meiner Umstellung auf einen natürlicheren Laufstil kaufte ich mir einen Gore-Tex-Schuh, den New Balance MT610. Beim 27-km-Härtetest im Dauerregen fiel der Schuh durch. Einmal eingedrungenes Wasser ließ die Membran nicht mehr hinaus. Ich hatte am Ende soviel Wasser im Schuh, dass ich es ausgießen konnte. Damit war Laufen mit Gore-Tex-Schuhen für mich Geschichte.

New Balance MT610

Sealskinz-Socken


In verschiedenen Läufer-Blogs las ich über Handschuhe und Socken von Sealskinz, die wasserdicht sein sollten. Das machte mich neugierig. Und ich gönnte mir den Luxus, das auszuprobieren. Von Luxus muss man wohl sprechen, wenn Socken fast 50 Euro kosten. Diese kamen per Post, ich zog sie an - und war enttäuscht! Sie fühlten sich dick und starr an. Ja, sie drückten fast ein ein wenig. Die Socken verschwanden ganz hinten im Schrank. Noch mehr Luxus! Socken für 50 Euro kaufen, und dann nicht anziehen!

Doch später lief ich mit immer tiefer und tiefer gelegtem Schuhwerk. Bei jeder feuchten Stelle am Boden, wurden die Socken sofort nass. Als dann auch noch Schnee fiel und wieder taute, erinnerte ich mich vor einem 32-km-Lauf an die Sealskinz-Socken.

Beim Anziehen wieder das leicht unangenehme Gefühl. Doch kaum steckte der Fuß samt Socke im Schuh, war das vergessen! Beim Laufen wirkten die dicken Socken sogar polsternd. Als ich durchs Eis in eine Schlammpfütze einbrach, zog ich ein dreckigen, aber trockenen Fuß heraus. Die Füße blieben auch im Schnee und im Matsch warm und nahezu trocken. Ein bisschen feucht werden die Socken ja auch im Hochsommer allein durch den Schweiß.

Sealskinz-Socke in Trailroc 150
Nach dem Lauf der absolute Härtetest. Ich ging auf Socken durch den Schnee! Anschließend waren die Socken außen klitschnass, innen hingegen lediglich feucht. Daher nutzte ich diese Fußbekleidung auch unter den extremen Bedingungen des Hivernal-Trails.





Mit Sealskinz-Socken durch den Schnee
Auch wenn ich nach zwei Benutzungen über jeweils gut 30 Kilometer und den zugehörigen zwei Wäschen noch nichts über die Langzeit-Qualität sagen kann, hat sich für mich das Konzept bewährt. Die Kombination von Minimal-Schuhen (hier Inov-8 Trailroc 150) mit Sealskinz-Socken bei nasskalter Witterung hat mich überzeugt.


Das geteste Material habe ich privat erworben. Der Test erfolgte völlig unabhängig von Handel und Herstellern.

Kommentare:

  1. Wasserundurchlässige Socken. Was es nicht alles gibt :)

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    1. An der Geruchs neutralen Socke wird noch gearbeitet. ;-)

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  2. Interessant. Ist das für die Füße nicht ein Gefühl wie in einer Plastiktüte?
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Nein, nach der ersten Schrecksekunde fühlt sich das wie dicke Socke an.

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  3. Danke für den ausführlicheren Bericht! Ich finde die Socken auch zum Radfahren interessant... 50EUR sind allerdings tatsächlich ein stolzer Preis. Wahnsinn. Aber gute -oftmals teure- Sachen bewähren sich ja meistens.
    Viele Grüße,
    Claudi

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    1. So ist es! Wenn es funktioniert, hat man daran seine Freude.
      Aber wie gesagt, ich sehe es als Luxus. Geht auch ohne.

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  4. Ein sehr schöner Bericht. Von Gore-Tex Schuhen hatte ich mich aus genau dem Grund, den du beschreibst geistig noch vor dem ersten Kauf verabschiedet.
    Bislang war ich mit der Kombination aus normalen Trailschuhen und Wollsocken (Smartwool am liebsten) auch bei feuchten Trails gut gefahren.

    Seal Skins klingen interessant - hast du sie auch bei höheren Temperaturen ausprobiert?

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    1. Nein. Bisher nicht. Da scheinen sie mir nicht so nötig.

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  5. Ist ja lustig. Gestern kam meine Lieferung der Socken von Sealskinz.
    Ich habe sie hauptsächlich fürs Mountainbiken bestellt.
    Der Test muss allerdings bis nächste Woche warten. Denn erstmal steht dieses Woche die Flucht vor dem Karneval an.
    Viele Grüße
    Karina

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    1. Vor dem Karneval werde ich auch fliehen - mit Socken!

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