Montag, 23. November 2015

Salomon Advanced S-lab Hydro 12 Set – ein europäischer Garantiefall



Im Januar 2014 stand der Erwerb eines Laufrucksacks auf dem Plan, um auch auf längeren Strecken autark verpflegt unterwegs sein zu können. Außerdem ermöglicht so ein Utensil die Mitnahme von Wechselbekleidung, so dass man unterwegs auf veränderliche Wetterbedingungen reagieren oder im Ziel etwas Warmes für die Rückreise überziehen kann. Ein eingepacktes Notfallset kann ebenfalls sehr hilfreich sein, wie ich bald schon dankbar feststellen konnte.

Der Kauf


Nach langer Googelei fand ich einen Online-Laden, der den erwählten „Salomon Advanced S-lab Hydro 12 Set“ für 118 Euro feilbot. Selbst als noch 16 Euro Versandkosten hinzukamen, blieb das Angebot unschlagbar günstig. Aber wieso so hohe Versandkosten? Erst ein Blick ins Kleingedruckte der in Deutsch präsentierten Seite offenbarte die spanische Herkunft des Anbieters. Die Lieferung dauerte daher auch ein paar Tage länger.

Die Nutzung


Es folgten viele glückliche Laufmomente mit meinem neuen Begleiter, den ich fortan beim Laufen kurz unterhalb meines Schalks platzierte. Mit dem vorher auf langen Läufen genutzten Hüftgurt bin ich nie wirklich zufrieden gewesen, da dieser aller paar Schritte hochrutschte und zurechtgerückt werden musste. Nicht so der Rucksack, der wegen seiner enganliegenden Passform auch Laufweste genannt wird. Seine Anwesenheit vergisst man unterwegs nahezu, bis Hunger oder Durst in Dankbarkeit an ihn erinnern, erst recht seit ich ihn mit einer zusätzlichen Trinkblase (geliefert wird er nur mit zwei Flaschen) nebst Isolierung ausgerüstet hatte.

Der Garantiefall


Kurz vor dem 100er im Oktober passierte es dann. Der meistbenutzte Reißverschluss (ich hatte immer das Handy in dieser Tasche verstaut) geht den Weg alles Irdischen. Zusätzlich gibt eine Flasche unter Druck ihren Inhalt aus einem winzigen Löchlein preis.

Softflask spritzt Wasserstrahl

Der Herr an der Salomon-Hotline lässt durchblicken, dass man den defekten Reißverschluss durchaus als Garantiefall sehe. Aus der unterlassenen Erwähnung der kaputten Flasche schließe ich, dass die gleiche Betrachtung für sie wohl nicht gilt. Wie auch immer, ich solle mich besser an den Händler wenden, was ich am 27. Oktober tue.

Kaputter Reißverschluss
Dort verweist man mich auf ein Online-Formular, mithilfe dessen ich meinem Rücksendewunsch Ausdruck verleihen möge. Dazu seien Fotos des Schadens beizufügen. Das Formular kennt aber nur EINEN Schaden und lässt nur daher nur ein einzelnes Bild als Anhang zu. Es lässt sich auch nicht mit einem tar-Archiv, in das ich beide Bilder packe, überlisten, da die Datei keine bildtypische Endung trägt. Da stelle ich eben zwei Anträge!

Man teilt mir darauf mit, dass mein Rucksack am nächsten Montag ABGEHOLT werde, ein Versenden meinerseits sei nicht möglich. Alles Weitere möge ich doch mit GLS klären. Ich muss also den ganzen Montag zu Hause auf den Postmann warten. Immerhin kann der Paketdienst den Zeitraum auf Nachfrage noch etwas einschränken: „Zwischen 13 und 18 Uhr.“ Fünf vor Sechs holt der Bote schließlich das Päckchen ab.

Acht Tage später erhalte ich die Nachricht, dass die Ware in Spanien angekommen sei. Es vergeht eine weitere Woche ohne Fortschritt. Dann erhalte ich per Email eine Kundenzufriedenheitsanfrage von Salomon im Nachgang zu meinem initialen Anruf. Dort nutze ich das freie Textfeld, um es mit Status und Referenznummer meines Rücksende-Vorgangs beim Online-Händler zu füttern. Ich weiß nicht, ob ein Zusammenhang besteht, aber zwei Tage später informiert mich der Händler, dass die Gutschrift „in den nächsten Tagen“ auf mein Konto erfolgen werde.

Heute, fünf Tage später, ist noch keine Zahlung eingegangen. Aber ich habe schon mal gegoogelt. Inzwischen ist die Version 3 des Rucksacks als "Salomon S-lab Adv Skin3 12 Set" verfügbar. Sie hat noch einen Reißverschluss mehr.


Kommentare:

  1. Ja, das mit dem Service ist immer so eine Sache. Da kann das Produkt noch so gut sein, nichts ist perfekt und alles geht mal kaputt. Und dann kommen die Menschen ins Spiel. Und da geht es dann doch eher um Profit und nicht um Zufriedenheit. Oftmals zumindest. Echt schade.

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    1. Naja, die Wartezeit ohne Rucksack ist unangenehm. Aber wenn ich am Ende mein Geld wiederbekomme und aufs neue Modell wechseln kann, will ich nicht meckern.

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  2. So ein Ärger! Nicht nur, dass das Teil bei dem Preis eigentlich von besserer Qualität sein sollte. Und dann noch die begleitende Kommunikation. Ich wünsche Dir, dass sich das alles bald regelt und Du mit einem voll und länger funktionstüchtigen Begleiter unterwegs sein kannst! Kaufst Du denn erneut beim Spanier oder eher inländisch?
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Den 100er bin ich mit der anderen Flasche und ohne Benutzung der defekten Tasche gelaufen. Die jetzige "Winterpause" überbrücke ich ohne Rucksack. (Habe mir letzten Sonntag am Wendepunkt der 30-km-Strecke ein alkoholfreies Weizenbier gekauft.) Und gekauft wird beim Anbieter mit dem besten Preis. Wegen Marktwirtschaft und so ;-)

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  3. Tja, der globale Onlinehandel hat seine Vorteile. Und eben auch die Nachteile. Beim Laden um die Ecke wäre das wahrscheinlich einfacher gewesen.
    Aber manchmal erwischt mal halt einfach so einen Montagsartikel. Oder stand vielleicht im Kleingedruckten irgendwo das der Reißverschluss nur zur Zierde ist?
    Hoffen wir jetzt mal, das der neue länger hält :-)
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Am Ende schicken die das alle zum Hersteller, der dann entscheidet.

      Beim Spanier heisst es übrigens im Kleingedruckten zum Thema Garantie wie folgt:
      "Folgende Reklamationen werden ausnahmslos von der Garantie abgelehnt:

      - Abnutzung durch täglichen Gebrauch.
      - Beschädigung durch unsachgemässe Nutzung oder ungewöhnlich häufigen Gebrauch.
      - Tinte (z.B. Abfärbungen von blauen Jeans).
      - Pilling, Knötchen, Fussel an den Kleidungsstücken.
      - Beschädigungen welche durch äussere Einflüsse enstanden sind (z.B. durch chemische Produkte, Abschürfungen, spitze oder schneidene Gegenstände, etc ...)
      - Beschädigungen/Reklamation von körperlichen Beschwerden (z.B. Blasen, Materialunverträglichkeit, etc.)"

      Besonders bemerkenswert der "tägliche" bzw. "ungewöhnliche häufige Gebrauch". Nichts für Ultras!

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    2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    3. "Am Ende schicken die das alle zum Hersteller, der dann entscheidet."

      Das stimmt so nicht. In unserem Geschäft würde bei solch einem Defekt (Reißverschluss), das Teil umgehend, unabhängig vom Hersteller, getauscht. Die Garantieabwicklung würden wir übernehmen un ddann je nach dem die Ware ersetzt oder gutgeschrieben bekommen oder eben abgelehnt. Das Risiko tragen dann eben wir.
      DAS ist der Vorteil vom guten Einzelhandel.
      Also bitte nicht immer alles über einen Kamm scheren. Es kann durchaus Vorteile haben wenn man nicht jedem Billigheimer hinterherrennt.

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    4. Schön, dass es Läden mit solchem Service gibt. Unser lokaler Sportladen vermietet Leihausrüstung für die Zeit, bis der Hersteller entschieden hat, ob er repariert oder erstattet.

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  4. Macht nicht allzuviel Spaß sowas, oder? Mich erstaunt, dass ein Reißverschluss kaputtging. Nicht gerade High-Tech, und auch keine neue Technik, die zu beherrschen man erst lernen muss....
    Ich habe es auch eher mit der Marktwirtschaft, schließlich lernen wir ja alle, dass "Kosten minimieren um jeden Preis" eine Tugend sei. :-)

    Ciao,
    Harald

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    1. Nun ja, inzwischen habe ich den Kaufbetrag wieder und für einen geringeren Preis die Version 3 erworben. Eigentlich ist alles gut!

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