Montag, 26. Januar 2015

37. DSD Crosslauf 2015

Pure Bronze!
Da habe ich endlich eine Medaillenaufbewahrung gebastelt, und was mache ich? Gewinne einen Pokal!

Mein erster Wettkampf im Schnee wird der 37. DSD-Crosslauf am 24.1.2015 in Düsseldorf. Starkes Schneetreiben am Morgen lässt binnen weniger Stunden die Wege des Grafenberger Waldes unter einer geschlossenen Schneedecke verschwinden und viele Läufer lieber zu Hause bleiben. Denen, die sich vom Wetter nicht abschrecken ließen, bietet sich zur Startzeit am Nachmittag eine Strecke mit festgetretener Schneedecke, die mit zahlreichen, riesigen Schneemännern dekoriert ist. Sogar ein paar Sonnenstrahlen bescheinen gelegentlich die weiße Szenerie.

Der Junior ist unschlüssig, ob er - wie im Vorjahr - die 7 km laufen soll, oder ob er sich diesmal der 14-km-Distanz stellen will. Zu jung ist er laut Ausschreibung ohnehin für beide Läufe. Doch die Schülerstrecke über 2 km ist ihm zu kurz. Ein Blick in die Ergebnisliste des letzten Jahres bringt die Entscheidung. Der Gewinner des Schülerlaufes war auf den zwei Kilometern langsamer unterwegs als mein Sohn über sieben Kilometer. Also lautet sein spontaner Entschluss, erst den Schülerlauf zu gewinnen und dann noch sieben Kilometer "olympisch" anzuhängen.

In meinem Ausguck am finalen Anstieg stockt mir der Atem, als mein Nachwuchs mit fast 20 Metern Abstand hinter dem führenden Schüler herläuft. War der Plan doch zu ehrgeizig? Scheinbar wollte der Filius den Gegner in Sicherheit wiegen, denn auf den letzten Metern - dem steilsten Stück - zieht er vorbei und sichert sich den Sieg!

Wir sind also schon vor dem gemeinsamen Start der beiden Hauptläufe in Hochstimmung. Dann werde ich nochmal zusätzlich von Adrenalin geflutet, als der Starter mit der Pistole hantiert und dabei den Lauf auf uns wartende Sportler richtet. Zum Startschuss hält er die Waffe dann aber doch noch nach oben. Nach kurzem Gerangel auf den ersten Metern kann ich vor mir das Feld überblicken. Zu den beiden führenden Top-Athleten beginnt sich der Abstand stetig zu vergrößern, bevor der Dritte folgt. Dahinter laufen mit etwas Distanz die führende Frau und ich.

Ich will diesmal nicht gleich wieder zu schnell lospreschen, zumal es bergan geht, und halte mich im Windschatten der ersten Frau. Als die Strecke temporär flach wird, überhole ich und beginne, den Abstand zum Dritten zu verringern. Nach vielleicht zwei, knapp drei Kilometern (sie sind nicht markiert) habe ich ihn eingeholt. Kurz bleibe ich hinter ihm. Als er sich umdreht, beschleunige ich und nutze die nun folgende Abwärts-Passage, um mit langen Schritten zu enteilen.

Die beiden Sieg-Aspiranten sind längst dem Blick entschwunden. Es wäre ab jetzt ein einsames Rennen, wäre nicht für einen Tag Winter in Düsseldorf. Dieses seltene Ereignis hat alles, was Kind oder Schlitten hat, in den Wald und somit auf die Strecke gelockt. Zwei Kleinkinder laufen mir unter dem Gelächter ihrer Erziehungsberechtigten direkt in die Beine. Und so wird aus dem Schnee-Cross auch noch ein Hindernislauf.

Nach der ersten der beiden Runden warten die Zuschauer am Zieleinlauf gespannt auf den führenden 7-km-Läufer. Würde ich jetzt ins Ziel spurten, hätte ich den Siebener gewonnen! Dummerweise habe ich aber für 14 gemeldet. Und da heißt es jetzt, den dritten Platz zu halten und Bronze zu holen! Die beiden Spitzen-Läufer vor mir sind unerreichbar, und von hinten höre ich auch nichts mehr. Es folgt ein Kampf gegen die Uhr, den ich mit fast einer Minute Rückstand auf die Vorjahresleistung beende. Ach, an der Verspätung ist bestimmt der Schnee Schuld! Oder sind es die beiden Zusatz-Kilo, die mir seit Weihnachten geblieben sind? Das würde zumindest genau in die Gewichts-Zeit-Formel passen. Aber es ist mir im Moment völlig egal, denn jetzt geht unser familiäres Männer-Duo zur Siegerehrung und schleppt danach die Beute in den Bau!

Sieg-Prämie

Kommentare:

  1. Hey, Klasse gemacht, Glückwunsch! Rennen gut eingeteilt und daher nun sofort die nächste Denksport- und Konstruktionaufgabe für eine Pokaleaufbewahrung eingeheimst ;-)
    Und dass der Junior da glatt den ersten Platz geholt hat, und Du 2 anderen den Vortritt ließest, das wäre doch eine Motivation fürs nächste mal!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Danke, Elke! Schade, dass du nicht zufrieden mit mir bist ;-)
      Du musst dir das mit dem Pokal mehr so wie die Sache mit dem blinden Huhn und dem Korn vorstellen. Die Führenden liefen in eine ganz anderen Liga. Deswegen reicht auch ein Eckchen im Regal für meine Pokale.

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  2. Super
    das gefällt mir richtig gut
    wenn Vater und Sohn auf der Strecke sind
    der Junior auch noch als Erster im Ziel einläuft
    und der Vater sich auch nicht lumpen lässt
    Glückwunsch für beide !

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    1. Die Pulsmesser danken! Nach einer längeren Pause laufen wir jetzt öfter wieder gemeinsam, was mich sehr freut.

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  3. So ein Schuh wie dein Junior habe ich auch zuhause stehen. Ganzschön schwer das Teil ;)
    Und ich bin mir sicher, dir fällt auch noch was ein um die Pokale schön aufzustellen.

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    1. Ich hab auch so einen Schuh! Viel mehr Pokale haben sich aber noch nicht angesammelt, so dass es ausreicht, im vorhandenen Regal die Bücher etwas beiseite zu schieben.

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  4. Das sind aber tolle Preise :-)
    Glückwunsch an den Nachwuchs und natürlich an dich. 14 KM im Schnee ist zwar schön, aber auch ne Herausforderung.
    Der Junior hat ja vom Senior einiges gelernt. Erst mal den anderen machen lassen um dann im entscheidenden Moment vorbei zu ziehen :-)))

    Habt ihr toll gemacht
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Danke, Helge! Das haben wir uns von den Olympioniken abgeguckt. Denen geht es ja auch immer nur um die Medaillen, und nicht um die Zeiten. Dann kann man so eine Strategie anwenden ;-)

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  5. Schon ärgerlich, wenn man sich die falsche Preis-Präsentations-Möglichkeit baut ;) Herzlichen Glückwunsch an dich und deinen Sohn.
    Liebe Grüße Julia

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    1. Willkommen auf meinem Blog, Julia und vielen Dank!

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  6. Hahahahah,
    wie lustig ist das denn? Ich empfehle zur Aufbewahrung breite Schienen, die man für diese Schiebegardinen verwendet. Hihi. Ich muss leider immer noch grinsen.
    Herzlichen Glückwunsch an euch beide.
    Viele Grüße
    Karina

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    1. Gibt es so kurze Schienen, wie ich nur brauche?
      Danke, Karina!

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