„Please hold tight now. We will do a landing on the sand – like James Bond!“, ruft der Bootsführer
und stellt den Gashebel des Außenbordmotors auf “Volle Kraft”. Wir rasen mit
Höchstgeschwindigkeit direkt auf den Strand zu. Einen kräftigen Ruck später
schießt das Boot auf den Sand, so dass wir die einsame Bucht trockenen Fußes
erreichen.
Es gibt hier an
der Algarve inmitten des Steilufers jede Menge solcher Strände, die nur per
Boot erreichbar sind. Nach der gestrigen Bootstour schaue ich mir die Buchten
heute mal von oben an - bei einem Trail-Lauf entlang der Steilküste.
Ich starte beim
Leuchtturm von Carvoeiro und laufe Richtung Osten auf dem steinigen, felsigen
Trampelpfad, der direkt entlang der Klippen führt. Vier Stunden will ich unterwegs
sein. Der simple Plan sieht eine Umkehr nach der Halbzeit vor.
So richtig komme
ich nicht vorwärts, denn ständig lockt ein atemberaubender Buchtblick zum
Verweilen und Fotografieren. Ich komme auch am Strand von Benagil vorbei, von
dem aus ich neulich in die berühmte Höhle „Grutas de Benagil“ geschwommen bin,
die einen eigenen Strand beherbergt, der durch eine Öffnung in der Decke von
der Sonne beschienen wird.
Obwohl am Ende
nur gut 600 Höhenmeter auf der Uhr stehen werden, sind immer wieder felsige
Steilstufen zu überwinden, teilweise unter Zuhilfenahme der Hände. Manchmal ist
der Weg so dicht zugewuchert, dass das Gestrüpp wie Fußangeln wirkt. Wo es
höher steht, zerkratzt es mir die nackten Arme. Mein Shirt ist klitschnass,
obwohl es mit 22 Grad nicht zu heiß ist. Doch die pralle Sonne und die
ungewohnt hohe Luftfeuchtigkeit scheinen so schweißtreibend zu wirken.
Deshalb bin ich
auch hin und her gerissen, als das Naturidyll plötzlich in Bebauung endet. Denn
inzwischen ist mir klargeworden, dass der mitgenommene Liter Wasser nicht
ausreichen wird. So bin ich froh, nachher auf dem Rückweg hier Getränk nachkaufen
zu können. Andererseits ist der wunderschöne, große Sandstrand von Armação de
Pêra mit hässlichen Hochhäusern verschandelt worden.
Als ich
Strandpromenade und Ort hinter mir gelassen habe, wird der Strand sehr einsam. Ein Fluß
mündet hier ins Meer. Ich müsste ihn durchwaten, um weiter am leeren Strand
oder in dem sich dahinter erstreckenden Dünengebiet zu laufen. Nur dann hätte
ich den weiteren Weg mit sandigen Füßen zu bestreiten. Daher laufe ich lieber
entlang des Grüngürtels, der den Flußlauf säumt, bis zu einer Straßen-Brücke im
Landesinneren.
Extrem laute
Musik durchschallt das Nirgendwo. Auf einem Sandplatz neben der Straße parken
jede Menge Kleintransporter und Pkw. Fröhliche Frauen in schönen Kleidern
tanzen zur Musik. Dazwischen hocken Männer im Schatten, trinken und grillen. So
verbringt scheinbar der Portugiese seinen Sonntag. Ich hingegen trotte unter der
glühenden Sonne weiter. Nach der Flußüberquerung kann ich jetzt durch das
Feuchtgebiet wieder Richtung Meer laufen. Und feucht ist es wirklich, denn ein
Regenschauer hat den staubigen Boden in der letzten Nacht durchweicht. Somit
wandeln sich meine Schuhe innerhalb weniger Schritte zu schweren Schlammklumpen.
Das dick verklebte Profil bietet absolut keinen Halt mehr. Als
Schlittschuhläufer trete ich den Rückweg an.
*Foto By Bruno Carlos [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Wunderschöne Bilder einer sicher ebenso schönen Landschaft. Schade, wenn auch dort die bauliche Ver-un-schönerung zuschlägt :-(
AntwortenLöschenSchlittschuhlauf bei Sommertemperaturen - das hat doch was!
Liebe Grüße
Elke
Heute würde man Strände und Buchten wahrscheinlich nicht mehr so zubauen. Ist aber noch genug Natur zum Laufen übrig ;-)
LöschenBeeindruckende Bilder. Besonders das Bild von der Höhle am Strand. Einfach nur schön.
AntwortenLöschenUnd du kannst sogar Schlittschuh Laufen am Strand in der Sonne.
Du hast ganz schön was drauf :-)))
Liebe Grüße
Helge
Ja, dieses Höhlenbild sieht man dort überall als Werbung für eine Bootstour in die ganzen Grotten.
LöschenIst schon toll, wenn man in einer Höhle am Strand sitzt. Allerdings waren es ein paar Hundert Meter zu schwimmen. Für IRONLADYS wie euch ein Klacks!
So,du hast es geschafft. Algarve steht auf meiner Liste.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Karina
Unbedingt! Aber Albufera meiden!
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