Montag, 19. Februar 2018

"Abherten" im Februar - Die Bertlicher Straßenläufe

In Herten finden dreimal im Jahr die Bertlicher Straßenläufe statt. Die Veranstaltung besticht unter anderem durch ihr Kuchenbuffett. Der erfahrene Süßwarenliebhaber sichert sich seine Ration bereits vor dem Lauf und lässt sie sich für später weglegen.

Marathonstart im Morgenlicht
Obwohl die Athleten hier aus acht Distanzen wählen können, treffe ich Marcel und Marco am Marathonstart. Die erste der drei sonnigen Runden laufen wir im Rudel. Wer uns zuhört, fühlt sich wie bei einem Treffen der Weight-Watchers. Denn drei trainierte Ultras mit einem geschätzten Körperfettanteil von 17% jammern über ihre Gewichtsprobleme!

Ein anderes Läuferthema wird ebenfalls behandelt und sogar einer Lösung zugeführt. IT-Spezialist Marco verrät uns einen Trick, wie sich Veranstaltungs-Fotos herunterladen lassen, auch wenn die Bilder-Galerie den Rechtsklick nicht erlaubt.

Biologisch bedingte Pausen zerreissen unsere Läufergemeinschaft in Runde Zwei. Ich hänge mich an einen Mann in Gelb. Der scheint jedoch einen negativen Split zu planen und beschleunigt nach der Hälfte. Waren wir für die geplante 3:30er Zielzeit ohnehin schon zu schnell unterwegs, wird es jetzt richtig anstrengend. Mir hängt noch das letzte Wochenende an. Schon in den 20er Kilometern fange ich an, die Rest-Kilometer auszurechnen. Kein gutes Zeichen!

Streckenmarkierung - im Hintergrund der Moderatoren-Ausguck
Irgendwann muss ich den Gelben ziehen lassen. Aber ein Marathon ist immer für eine Überraschung gut. In den 30ern bricht der leuchtend Gewandete offenbar ein und fällt hinter mich zurück. Noch viel schlimmer hat es einen Lauffreund getroffen, auf den ich als nächsten treffe. Schon von Weitem sind sein Schreien und Stöhnen zu vernehmen. Dazu schlägt er sich mit beiden Händen auf die Oberschenkel, während er hoppelnd vorwärts springt. Scheinbar plagen ihn so starke Krämpfe, dass sein ganzer Oberkörper völlig schief gezogen ist.

Da relativiert sich das eigene Befinden doch erheblich. Trotzdem fühlt sich heute, was nur ein Tempo-Trainingslauf werden sollte, beinahe wie ein Marathon auf Bestzeit an. Mir tut alles weh! Aber das Rennen hat sich mittlerweile verselbstständigt. Wollte ich mich am Morgen noch für den Grüngürtel-Ultra am nächsten Wochenende schonen, setze ich jetzt zur Endbeschleunigung an.

Nach fast 42 Asphalt-Kilometern gibt es auf den letzten Metern eine trailige Überaschung. Die  Schlacke im Stadion ist im Sonnenschein an der Oberfläche aufgetaut und hat sich so in roten Schlamm verwandelt. Auf profillosen Sohlen schlittere ich mit ehemals weißen Schuhen nach 3:24:30 ins Ziel.

6 Kommentare:

  1. Ein Trainingsmarathon in 3:24 und das auch noch mit Übergewicht!
    Diese Probleme möchte ich mal haben ;-)
    Beruhigt ein wenig, das es nicht ganz und gar nur locker lief :-)))
    Ich hoffe, der von Krämpfen geplagte Kollege konnte den Lauf doch noch zu Ende laufen.
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Der Übergewichtige meint, den Verkrampften sogar mit einer Zeit um 3:30 im Ziel gesehen zu haben. Großer Kämpfer!

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  2. Ein wenig Kampf gehört wohl bei jedem Marathon dazu. Sonst wäre es auch keine HErausforderung mehr.
    Die viel wichtigere Frage bleibt: Wie geht das nun ohne erlaubten Rechtsklick? ;)

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    1. Man muss sich die Bild-URL aus dem Quelltext der Seite zusammen basteln.

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  3. Soso, den Kuchen schon mal vor dem Lauf reservieren lasse und dann über Gewichtsprobleme jammern ;-)! Mir scheint letzteres aber eher das Pendant zur "Männergrippe": Männerübergewicht!
    Gratuliere zur Superzeit! Glatt ein paar Minuten gegenüber Pulheim verbessert. Und das Rennen zudem gut eingeteilt, besser jedenfalls als der Kollege in gelb. Aber Du hast ja auch noch etwas vor dieses Jahr :-) Weiter so also!
    Liebe Grüße
    Elke

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  4. Danke, Elke! Ich gehöre aber zu den Läufern, die die übrig gebliebenen Krümel bzw. Eigenverpflegung verzehren.

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