Dienstag, 18. März 2025

6K mit K: Körperertüchtigung, Kemenate, Kunst, Kultur, Kulinarik, Kaputtes

Kunst im Lost Place
K., alias Pulsmesser Jr., hat zu einem  6K-Wochenende geladen. Die Programmpunkte sind Körperertüchtigung, Kemenate, Kunst, Kultur, Kulinarik und Kaputtes.

Direkt nach der Ankunft in der studentischen Kemenate geht es mit der Kulinarik los, als mir ein üppiges Frühstück serviert wird. Derart gestärkt, sind wir bereit für das nächste K, den Kunst-Genuss. Wir besuchen die Fotoausstellung “Die Straße ist mein Atelier” mit Bildern eines Palästinensers, der den DDR-Alltag und auch die Nachwendezeit dokumentierte. Danach wird es abenteuerlich, als wir uns zu zwei Lost Places Zugang verschaffen, wo wir viel Kaputtes sehen, aber auch Graffiti-Kunst. Nach weiterer Kulinarik aus dem Rucksack, eingenommen auf einer sonnigen Parkbank, radeln wir zur Körperertüchtigung in einen Calisthenics-Park. Ich trainiere unter der fachkundigen Anleitung des angehenden Sportlehrers K. Dennoch ist der Besuch für mich ernüchternd, da die meisten Übungen für mich zu anspruchsvoll sind. Noch weiter deprimiert mich der stark an Liam Neeson erinnernde Typ meines Alters, der in den Trainingspausen in seinen ausgebeulten Joggingklamotten gramgebeugt herumschlurft, aber in den Sätzen die unglaublichsten Kunststückchen an den Geräten vollführt. Ich hingegen scheitere an so einfachen Sachen wie Kopfstand, Klimmzug oder Felgaufschwung - alles Dinge, die ich früher beherrscht habe. Zum Trost gibt es in der Kemenate ein kulinarisches 3-Gänge-Menü, das von einem generationenübergreifenden Kultur-Programm begleitet wird. Vorgeführt wird der aktionsgeladene und humorvolle Film “Back in Action” mit Cameron Diaz, deren blaue Augen nach wie vor unwiderstehlich sind.

Calisthenics Park

Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Körperertüchtigung. Wir starten zu einem Sightrun über 15 km. Außer dem Völkerschlachtdenkmal sehen wir auch den Standort der ehemaligen Tabaksmühle, von der aus Napoleon die Völkerschlacht befehligte. Wir stoppen kurz an einem der vier Österreicher-Denkmale, die an die Teilnahme österreichischer Truppen an der Völkerschlacht erinnern. Auf dem Weg zum Stadion von Lok Leipzig durchqueren wir den Rundling. Diese im Bauhausstil errichtete Wohnanlage lockt den Läufer mit Strava-Segmenten auf den ringförmig angelegten Straßen. Zum Abschluss passieren wir eine IL-62 der Interflug, auf dessen Tragfläche sich jetzt die Terrasse eines Restaurants befindet. Beim Anblick des Lokals entwickeln wir Appetit auf Frühstücks-Kulinarik, die wir uns ungeduscht in der Kemenate zuteil werden lassen. Denn direkt danach wird die Körperertüchtigung mit einer 53-km-Radtour durch das Leipziger Neuseenland fortgesetzt. Besonders beeindruckend ist das “Kap Zwenkau”, wo sich am Rande eines ehemaligen Braunkohlentagebaus ein exklusives Wohnquartier mit Marina entwickelt hat. Da kann die studentische Kemenate nicht ganz mithalten, bietet aber dem erschöpften väterlichen Leib, der nun ebenfalls der Kategorie "Kaputtes" zuzuordnen ist, die Gelegenheit für eine finale Dusche nach diesen ereignisreichen 6K mit K.

5 Kommentare:

  1. Ha! Zwenkau kenn ich, da bin ich irgendwann mal um den See gelaufen, etwas schneller, wegen der vielen Mücken. Kulinarisches gabs nicht wirklich (Kap Zwenkau hatte den Tag geschlossen), da hat es dich besser getroffen. Auf jeden Fall eine schöne Idee, dieses 6K-Wochenende! Bei der Überschrift dachte ich schon du bist wieder auf 60km-Ultrawegen unterwegs :-)

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    1. Uns ist aufgefallen, dass die Seerunde hauptsächlich von Läuferinnen absolviert wurde. Männer waren die Ausnahme. Das Verhältnis war ungefähr 5:1. Hast du eine Erklärung?

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    2. Damals (2010 glaub ich) war es noch gar nicht so einfach einmal rumzulaufen, wegen Baustellen etc. bin ich auf 23km gekommen und wurde hinterher gefragt "wieso zur Hölle tust du dir das an?!". Laufende Frauen oder Männer hab ich überhaupt nicht gesichtet. Da hat sich wohl viel getan in Zwenkau.

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  2. Soviel "Ks" aber Köln nicht dabei. Ist aber auch kein Wunder, die hier sind nicht der Nabel der Welt und das gute alte Leipzig hat auf alle Fälle mehr Flair zu bieten. Zudem allerlei Attraktionen, speisen auf einer Flugzeugtragfläche - wow!
    Bad Zwenkau sagte mir auch noch nicht. An so einem See mit Marina bastelt man hier auch im Tagebau Hambach. Da der aber etwas größer ist, soll/muss der Rhein angezapft werden. Dazu muss erst noch eine Pipeline gebaut werden... Ein paar Jahrzehnte hat man veranschlagt.
    Bis dahin kannst du sicher noch öfter K-lastige Wochenende in Leipzig verbringen!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Ich habe es mal gegoogelt. Der Tagebau Zwenkau wurde 1999 eingestellt und mit Wasser aus der Entwässerung anderer Tagebau sowie zweier Flüsse geflutet. Und dann heißt es: warten.

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