Sonntag, 8. September 2019

Als Profi beim Tetraeder Treppenlauf 2019

Blick vom Start auf die Sehenswürdigkeiten des Ruhrgebiets
"Nur für Profis" warnt die Ausschreibung. Ich melde mich trotzdem an - für die Maximaldistanz beim Tetraeder Treppenlauf, die sich "Extreme Empire Run" nennt. Der Empire-Bezug im Namen wurde gewählt, weil 271 Stufen und 52 Höhenmeter mehr als beim New York Empire State Building Run-Up zu bewältigen sind.

Die Anreise versuche ich diesmal möglichst umweltschonend zu gestalten. In einer Facebook-Gruppe, in der Mitfahrgelegenheiten zu Wettkämpfen angeboten werden können, findet sich ein Partner. Da der Junior spontan nachmeldet, reisen wir sogar zu dritt in einem Fahrzeug.

Für den Lauf selbst wollen wir hingegen ein Maximum an Energie aufwenden. Zunächst geht es von der Spitze der Halde Prosperstraße, wo die Skihalle Bottrop als Umkleide fungiert, abwärts und hinüber zur Halde Beckstraße. Nach einem 22-stüfigen Prolog gilt es, deren Gipfel über 365 Stufen zu erklimmen, um hinauf zum Tetraeder zu gelangen.

Als ich mit hängender Zunge und brennenden Schenkeln das Gipfelplateau der ausgedienten Bergehalde erreiche, schwanke ich zwischen Entäuschung und Erleichterung. Ich war aufgrund des Veranstaltungsnamens davon ausgegangen, dass auch das Tetraeder bestiegen (an Laufen ist für mich auf der Treppe nicht zu denken) werden muss. Doch es bleibt von uns unberührt. Spätestens beim zweiten der fünf Aufstiege überwiegt die Erleichterung und geht im Laufe des Wettkampfes in tiefe Dankbarkeit über.

Nach 1847 Treppenstufen habe ich fünf Haargummis am Arm. Die Helfer haben mich nach jeder absolvierten Runde derart beringt. Als Fünffachträger bin ich nun für die Rückreise zur Skihalle qualifiziert. Eine letzte 6%-Steigung trennt mich vom Finish der 11 km und 372 Höhenmeter. Ich rette mich mit 54:46 noch unter 55 Minuten, verpasse aber die Top Ten. Immerhin kann ich mich mit dem dritten Platz in der Altersklasse trösten.

Der Junior braucht sich nichts schönzureden. Er kann sich über einen Pokal und den "richtigen" dritten Platz freuen.

Kommentare:

  1. Treppenlaufen ist auch echt fies. Sieht so spielend leicht aus aber macht einen so fix und fertig. Und dafür ist's doch ne prima Leistung!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da gab es welche, die sind in der letzten Runde scheinbar noch hochgetänzelt!

      Löschen
  2. 1847 Treppenstufen! Respekt! Auch wenn der Junior dich abgehängt hat, die jungen Wilden haben eben noch mehr Puste für solche Herausforderungen :-)
    Herzlichen Glückwunsch an euch Beide.
    Energie richtig eingesetzt. Eine gute Bilanz. Sportlich und Ökologisch!
    Viele Grüße
    Helge

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, Helge! Ja, die Energiebilanz hat einigermaßen gestimmt.

      Löschen
  3. Die Definition für Profi steht nirgends in der Ausschreibung, nur fällt auf, dass der Hinweis sogar in zwei verschiedenen Schriftgrößen vermerkt ist. Für euren Lauf in Extragroß :-)
    Tolle Leistung von euch beiden, Glückwunsch! Der Junior haut echt was raus, Vaterstolz ist berechtigt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Oliver! Jetzt ist Schluss mit dem Amateursport ;-)

      Löschen
  4. 1847 Treppenstufen - das ist über dreimal mehr als die 533 Stufen auf den Kölner Domturm, und die allein reichen schon, vor allem abwärts! Daher Respekt für Dein Finish, auc wenn Du auf hohem Niveau jammerst, auf 1847 Stufen hohem Niveau ;-) Glückwünsch auch an den Junior!
    Liebe Grüße
    Elke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich unterschlug, dass wir abwärts gar nicht die Treppe nahmen, sondern erholsam hinten über die Halde nach unten trabten ;-)

      Löschen