Montag, 7. Januar 2019

Mein Ultra-Abschied, 2. Bach-Tal-Ultra und Ratinger Neujahrslauf

Abschied vom Ultralaufen


Ich habe meinen Abschied vom Ultralaufen beschlossen und mit diesen Worten nun vermutlich eure Aufmerksamkeit gewonnen.
Mitten in der Vorbereitung für den Röntgenlauf brachte mich ein Schmerz in der Leiste um den Schlaf. Seltsamerweise tat es nur im Liegen weh. Angeblich kann man 14 Tage ohne Nahrung überstehen, aber nur 11 Tage ohne Schlaf. Also blieb mir nur eine konsequente Laufpause, um wenigstens am Leben zu bleiben.
Und es fiel mir überhaupt nicht schwer, auf das Laufen zu verzichten. Ich hatte gar keine Lust! Keine Lust auf nichts. Ständige Müdigkeit und Antriebslosigkeit waren meine Begleiter. Das ganze gipfelte in einer ordentlichen Männergrippe, die mich dann zu einem ratlosen Arzt trieb. Die Blutwerte waren so weit in Ordnung, nur das Eisen lag am unteren Ende des grünen Bereichs. Eine Schlafuntersuchung steht noch aus. Am plausibelsten erscheint mir die Selbstdiagnose "Übertraining" nach einem Blick in meine Statistik, die eine Spitze in den Umfängen im September und (zu) viele Wettkämpfe im Oktober zeigt. 
Seit ich eine orthomolekulare Therapie begonnen habe, fühle ich mich besser. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass die Tage wieder länger werden.

Mein derzeitiges Frühstück



2. Bach-Tal-Ultra


Also bin ich vom Läufer zum Laufveranstalter geworden und habe mich auf die Ausrichtung der zweiten Auflage des voriges Jahr ins Leben gerufenen Bach-Tal-Ultras, kurz BaTalU, konzentriert. Und es purzelten die Rekorde! 36 Starter bedeuten Teilnehmerrekord. Die Gesamt-Sieger Christoph Janthur und Michael Schmidt stellten mit 6:45:00 einen neuen Streckenrekord über 62 km auf. Die Siegerin auf der Ultrastrecke, Sandra Sons, verbesserte ihre Vorjahresleistung trotz widriger Wetterverhältnisse um 1 Stunde und 25 Minuten!
Andreas Hintemann meldete nach der ersten Runde über 26 km spontan auf die Kurzdistanz herunter und gewann so die 26-km-Wertung mit einem Streckenrekord von 2:44:00. Erste Frau wurde Britta Ludwig vom TuS Breitscheid, die nach 3:13:00 das Ziel erreichte. Sie hatte dabei das Feld der Kurzstreckler angeführt, das aus organisatorischen Gründen eine Stunde nach den Ultras gestartet war.
Unser Familien-Orga-Team hat den Tag in Gesellschaft der fröhlichen Starter und die vielen guten VP- und Zielgespräche sehr genossen und freut sich schon auf die nächste Austragung, bei der eine Anregung der Starter umgesetzt wird. Dann geht es zuerst auf die längere Schleife in die südlichen Bach-Täler über 36 km, bevor die Ratinger Bach-Täler auf den verbleibenden 26 km erlaufen werden.
Originalabfüllung: Echtes Ratinger Bach-Tal-Wasser

Ratinger Neujahrslauf


Mein erster Tempolauf seit Herbst stand beim Neujahrslauf über 10 km auf dem Programm. Offenbar hat mich das reine Veranstalten des Ultras mehr geschwächt, als wenn ich selbst mitgelaufen wäre. Denn ich war über eine halbe Minute langsamer als voriges Jahr, in dem ich am Vortag die 62 km absolviert hatte. Außerdem habe ich das Sub40-Ziel mit glatten 40:00 denkbar knapp verpasst. Rausgerissen haben es mal wieder die Kinder. Meine Tochter wird AK-Zweite über 5 km und mein Sohn gewinnt die neue AK im 10-km-Lauf.

Wenigstens eine Finisher-Medaille gab es


Der Traum vom gemeinsamen Vater-Sohn-Marathon-Finish


Als ich den Junior mehr und mehr an die längeren Strecken heranführte, hatte ich immer das Bild im Hinterkopf, wie wir eines Tages Hand in Hand ins Ziel eines Marathons laufen würden. Der Traum ist geplatzt! Da ist der Bengel endlich alt genug, um offiziell starten zu dürfen - und schon ist er zu schnell!
Trotzdem möchte ich mit ihm zusammen die Vorbereitung absolvieren - und es noch einmal wissen. Ich werde beim Düsseldorf Marathon Ende April einen letzten Bestzeiten-Versuch starten. Danach hat mich hoffentlich die Ultra-Szene als Läufer wieder!

Da ich dieses Zeug nehmen muss, behalte ich mir vor, mich jederzeit von diesem Schriftstück zu distanzieren!


Kommentare:

  1. Mein Kalender zeigt heute folgenden Spruch:
    "Verstehn durch Stille. Wirken aus Stille. Gewinnen in Stille (Das Hammarskjöld)"
    Ersetze "Stille" durch "Pause".
    Ergänze: Und wenn es nach der Pause nicht wird, verlege Deine Karriere aufs Veranstalten von Laufevents ;-)
    Aha, "Holzmichel" lebt noch und hat eine anscheinend aufsteigende und Spaß bringende Veranstaltung erneut über die Bühne gebracht, inklusive Kreierung einer sehr originellen Finishermedaille!
    Gratulation an die Neujahrslauf-erfolgreichen Junioren und an den Senior, der mal wieder auf hohem Niveau jammert.
    Was das gemeinsame Marathon-Finish angeht, kein Problem, da muss der Junior einfach mal auf den "alten Herrn" warten. Aus optischen Gründen würde ich dieses gemeinsame Event aber in eine Zeit legen, bevor der Rollator zum Einsatz kommt...
    In diesem Sinne, Euch allen ein gutes, gesundes und glückliches 2019!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Danke, Elke! Ich habe auch schon versucht auszurechnen, ob es irgendwann einen Zeitpunkt geben könnte, der ein gemeinsames Finish ermöglicht. Es wäre aber nur möglich, wenn er einfach mal einen Genuss-/Trainings-Marathon laufen würde. Da muss ich wohl noch ein paar Jahre läuferisch ausharren!

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  2. Na, da hast du mit der Überschrift ja meine ganze Aufmerksam auf deinen Bericht gezogen :-)))
    Ich kann ja gut mit dir mitleiden, keine ich doch das Dilemma mit Übertraining. Ja, und Pause ist dann einfach nicht nut gut, sondern notwendig.
    Ärgerlich das der Sohn zu schnell für den gemeinsamen Marathom ist und damit deinen Traum vom gemeinsamen Finish zerstört. Aber wohl immer noch besser, als wenn dein Traum von der Tatsache, das dein Sohn gar keinen Sport macht, kaputt gemacht werden würde. Also es ist doch letztlich einfach nur positiv :-)
    Viel Spaß bei der Vorbereitung und übertreib es nicht.
    Regeneration ist wichtig. Zumindest ab einem gewissen Alter :-)))
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Helge, danke für deine erfrischende Sichtweise! Wenn er keinen Sport treiben würde, wäre es tatsächlich das größere Problem ;-)

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  3. Pause und Regeneration sind einfach ab und an mal notwendig und der Körper zeigt uns dann schon deutlich wann es so weit ist. Mal mehr; mal weniger.
    Aber du kommst ja auch wieder auf die Beine, läufst weiterhin schnell und wahrscheinlich auch nicht wenig und hast dabei Spaß! Macht weiter so

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  4. Ich seh uns beide Ende April schon als alte gebrochene Männer ins Ziel taumeln ... ;-)
    Mit Übertraining dürftest du nicht so falsch liegen, hab mich die letzten Monate immer schon gefragt ob dieser Mann einfach keine Regeneration braucht. Doch.
    Aber dass in Ratingen schon wieder ein 10er mit einer (nüchtern betrachtet) sehr guten Zeit drin war, Respekt.
    Pass auf dich auf!

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    1. Wie auch immer wir ins Ziel kommen, wir sollten glücklich sein. Es hat mich bei missglückten Bestzeitversuchen immer sehr gestört, dass man dann unzufrieden war, obwohl man gerade einen Marathon gefinisht hat.

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